Liber memorialis 17:
17 Die Könige und Heerführer der Römer. – […] Numa Pompilius, der den Gottesdienst anordnete. […]
3 (1) Als nach der Vergötterung des Romulus längere Zeit eine Zwischenregierung bestand und Zwistigkeiten sich erhoben, wurde Numa Pompilius, ein Sohn des Pompo, aus Cures, einer Stadt der Sabiner, [auf den Thron] berufen, der nach seiner von günstigen Vogelzeichen begleiteten Ankunft in Rom viele religiöse Einrichtungen traf, um das noch wilde Volk durch Religiösität sanfter zu machen. Er erbaute einen Tempel der Vesta, wählte Vestalische Jungfrauen, stellte drei Flamines9 an, für den Jupiter, Mars und Quirinus, ferner bis zwölf Salier oder Priester des Mars, deren erster Präsul heißt, ernannte einen Pontifex Maximus10 und erbaute die Pforten des zweiköpfigen Janus11. Das Jahr theilte er mit Hinzufügung des Januar und Februar in zwölf Monate ein12; (2) auch gab er viele zweckmäßige Gesetze und stellte sich, als ob er Alles, was er vornähme, auf Befehl der Nymphe Egeria, seiner Gemahlin, thäte. Wegen dieser seiner außerordentlichen Gerechtigkeitsliebe überzog ihn auch Niemand mit Krieg. Er starb von Krankheit aufgerieben und wurde auf dem Janiculus begraben, wo nach vielen Jahren von einem gewissen Terentius ein Kästchen mit Schriften herausgeackert wurde, welche aber, da sie nur einige geringfügige Angaben über die Gründe der Religionsgebräuche enthielten, auf Anordnung des Senats verbrannt wurden.
3 Jetzt [J. 39. n. Roms Erb.] wurde Numa Pompilius zum König gewählt. Dieser führte zwar keinen Krieg, aber dem Gemeinwesen nützte er nicht minder, als Romulus. Denn er gab den Römern, welche, weil kriegerische Fehden ihnen zur Gewohnheit geworden, in den Ruf von Räubern und Halbbarbaren gekommen waren, Gesetze und Sitten. Numa setzte auch die Eintheilung des Jahres in zehen Monate fest, während vorher aus Mangel an einer Zeitrechnung die größte Verwirrung in diesem Punkte herrschte. Ferner stiftete er zu Rom unendlich viele Feste und Tempel. Er starb an einer Krankheit im drei und vierzigsten Jahre seiner Regierung.
Epitome 1,2:
2 (1) Auf Romulus folgte Numa Pompilius,23 ein Mann, den man, berühmt wegen seines frommen Sinnes, von Kures im Sabinischen, wo er sich aufhielt, aus freier Wahl herbeirief. (2) Dieser lehrte die heiligen Handlungen und Gebräuche, und den ganzen Dienst der unsterblichen Götter; er bestellte die Oberpriester, die Augurn, die Salier und die übrigen Priesterwürden; er theilte auch [45] das Jahr in zwölf Monate, (3) und bestimmte die geschlossenen und freien Tage. Er gab den Römern die Ancilien und das Palladium,24 geheimnißvolle Unterpfänder des Reichs; den zweifachen Janus, des Krieges und des Friedens Bürgen; insbesondere übergab er jungfräulichen Händen Vesta’s Feuerdienst,25 damit nach dem Urbild der himmlischen Gestirne ihre Flamme zum Schutze des Staates wachen sollte: dieß Alles auf den Wink der Göttin Egeria,26 damit der rohe Haufe es um so williger annähme. (4) Das ungeschlachte Volk endlich brachte es soweit, daß er die durch Unrecht und Gewalt erworbene Herrschaft mit Frömmigkeit und Gerechtigkeit handhabte.
Epitome 1,8,3:
8 […] (3) Wer war frommer als Numa? So wollten es die Verhältnisse, um ein wildes Volk durch Gottesfurcht zu milderer Sitte zu stimmen.64
2 […] (2) Innerhalb zweihundertdreiundvierzig Jahren regierten zu Rom der Zahl nach sieben Könige. Romulus regierte siebenunddreißig Jahre: sodann, je Einer fünf Tage, Senatoren Ein Jahr lang: hierauf Numa Pompilius dreiundvierzig, Tullus Hostilius zweiunddreißig, Ancus Marcius vierundzwanzig, Tarquinius Priscus siebenunddreißig, Servius Tullius vierundvierzig, Tarquinius Superbus fünfundzwanzig Jahre, worauf er vertrieben wurde. […]
