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Verus

16 […] (5) Antoninus nahm seinen Verwandten, Lucius Annius Verus, durch eine ganz neue Art von Gunstbezeigung70 zum Mitregenten an. Dieser Verus starb im elften Jahre seiner Regierung auf einer Reise zwischen Altinum und Concordia71 an einem Blutschlage, welche Krankheit die Griechen Apoplexie (ἀπόπληξις) nennen. (6) Er beschäftigte sich gern mit Gedichten, besonders mit Trauerspielen, und war von rauhem und wollüstigem Charakter.

16 […] (3) Nachdem also sein Schwiegervater zu Lorii81 über fünfundsiebzig Jahre alt gestorben war, nahm er sogleich seinen Bruder Lucius Verus zum Gehülfen in der Regierung an. (4) Unter dessen Anführung wurden die Perser82, nachdem sie Anfangs siegreich gewesen waren, zuletzt unter ihrem Könige Vologesus völlig geschlagen; (5) doch starb Lucius kurze Zeit darauf, und dieß gab Veranlassung zu dem ersonnenen Gerüchte, er sei durch die Hinterlist seines leiblichen Bruders aus dem Wege geräumt worden, (6) von dem es hieß, er habe, von Neid über die Thaten des Verus gequält, bei der Mahlzeit sein Verbrechen ausgeführt. (7) Denn (sagt man) er zerschnitt ein Stück von der Gebärmutter eines Schweins, das absichtlich allein hingelegt war, mit einem an der einen Seite vergifteten Messer und reichte, nachdem er die eine Hälfte selbst verzehrt hatte, die andere, vom Gifte berührte, wie es unter vertrauten Freunden Sitte ist, seinem Bruder hin. (8) Doch dieß von einem solchen Manne zu glauben, vermag blos ein selbst zu Verbrechen geneigtes Gemüth. (9) Denn es ist ja hinlänglich bekannt, daß Lucius zu Altinum83, einer Stadt in Venetien, gestorben ist […].

9 (1) […] Sein Mitkaiser [Anm.: von Marc Aurel] war Lucius Antoninus Verus. (2) Zum erstenmal standen jetzt zwei Männer am Staatsruder, mit gleichen Befugnissen versehen, während bis dahin das Römische Reich immer nur Einen Kaiser gehabt hatte.

10 (1) Diese beiden Regenten vereinigte Geschlecht und Verwandtschaft. Es hatte nämlich Verus Antoninus eine Tochter von Marcus Antoninus zur Gemahlin: Marcus Antoninus aber war ein Tochtermann von Antoninus dem Frommen durch seine Gemahlin Galeria Faustina die Jüngere, sein Geschwisterkind. (2) Die beiden Kaiser führten Krieg mit den Parthern, welche seit dem Siege Trajan’s über sie nun zum erstenmale wieder die Waffen ergriffen hatten. Verus Antoninus zog selbst in das Feld: blieb jedoch in Antiochien und in der Nähe von Armenien stehen, und ließ durch seine Feldherren, übrigens mit großem Erfolge die Unternehmungen ausführen. Seleucia, die berühmteste Stadt Assyriens, mit 40,000 Menschen, eroberte er: über die Parther trug er einen Triumph davon, (3) den er in Gemeinschaft mit seinem Bruder, der zugleich sein Schwiegervater war, feierte. Er starb im Venetianischen auf einer Reise von der Stadt Concordia nach Altinum.90 Im Wagen an der Seite seines Bruders wurde er von einem Schlagflusse befallen, ein Zufall, welchen die Grichen Apoplexie nennen. (4) Sein Charakter hatte nicht viel Menschenfreundliches, indeß erlaubte er sich aus Achtung gegen seinen Bruder keine Gewalthandlung. Er hatte eilf Jahre regiert und wurde unter die Götter versetzt.

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