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Commodus

17 (1) Aurelius Commodus, der Sohn des Marcus Antoninus, selbst auch Antoninus genannt, regierte dreizehn Jahre. (2) Gleich zu Anfang [seiner Regierung] zeigte er, wen man an ihm haben würde. Denn als er von seinem Vater in dessen letzten Augenblicken ermahnt wurde, die schon sehr geschwächten Barbaren nicht wieder zu Kräften kommen zu lassen, antwortete er: ein Gesunder könne, obgleich nur nach und nach, Geschäfte zu Stande bringen, ein Todter aber gar Nichts. (3) An Wollust, Habsucht und Grausamkeit übertraf er Alle; Treue zeigte er gegen Niemand, und am schrecklichsten war er denen, die er durch die höchsten Ehrenstellen und reichsten Geschenke ausgezeichnet hatte. (4) Seine Entartung ging so weit, daß er nicht selten mit den Waffen eines Fechters im Amphitheater kämpfte. (5) Eine Freigelassene, Namens Marcia, die durch ihre Schönheit und Buhlerkünste viel vermochte und sein Herz völlig gefesselt hatte, reichte ihm, als er aus dem Bade kam, einen Giftbecher. (6) Endlich wurde er von einem zu ihm hineingeschickten, ungemein starken Ringer erwürgt und starb so im zwei und dreißigsten Jahre seines Lebens.

17 (1) Dagegen galt sein Sohn Commodus gleich vom Anfange seiner Tyrannenherrschaft an für um so verabscheuungswürdiger, besonders wegen des damit ganz in Widerspruch stehenden Andenkens an seine Vorfahren, welches auf den Nachkommen um so schwerer lastet, da sie, abgesehen von dem allgemeinen Hasse gegen ruchlose Menschen, gleichsam als Schänder ihrer Familie um so verwünschenswerther erscheinen. (2) Im Kriege war er ungemein thätig und führte ihn gegen die Quaden92 mit Glück, worauf er den Monat September Commodus nannte. (3) Die Mauern Roms, welche der jetzigen Macht der Römer kaum noch würdig waren, verwandelte er in Badehäuser93. (4) Von Charakter war er äußerst grausam und wild, so daß er oft Fechter unter dem Vorgeben, Fechtübungen mit ihnen anstellen zu wollen, ermordete, indem er sich gegen ihre stumpfen Rappiere eines wirklichen Schwertes bediente. (5) Als er auf diese Art schon Mehrere getödtet hatte, schreckte ihn ein Fechter Namens Scäva, der ihn an Kühnheit, Körperkraft und Kampfgeschicklichkeit übertraf, von dieser Beschäftigung zurück, indem er seinen Degen, der ihm, wie er wohl sah, nichts nützte, wegwarf und rief, das Schwert, womit der Kaiser bewaffnet sei, genüge für beide, (6) worauf dieser aus Furcht, das Schwert möchte ihm während des Kampfes, wie es öfters zu geschehen pflegt, entwunden und er damit niedergestoßen werden, den Scäva abtreten ließ, und nun, gegen andere Fechter furchtsamer geworden, seine Wuth gegen wilde Thiere wendete. (7) Da nun Alle vor seinem dadurch unersättlich gewordenen Blutdurste sich entsetzten, verschworen sich gegen ihn die Personen seiner nächsten Umgebung (denn Tyrannen ist Niemand gar treu) und selbst seine Trabanten, indem sie seinen schändlichen und schlimmen Charakter erwogen, und machten sich ungefähr in seinem dreizehnten Regierungsjahre zuerst auf verstecktere Weise mit Gift an ihn, (8) da aber dessen Wirkung durch die Speisen, mit denen er sich gerade vollgestopft hatte, vereitelt wurde, und er doch über Schmerzen im Unterleibe klagte, so rieth ihm sein Arzt, das Haupt der Verschwörung, auf den Ringplatz zu gehen, (9) und hier athmete er sein Leben aus, indem der Diener, der ihn zu salben pflegte (denn auch dieser gehörte zufällig mit in das Complott), wie um ein Uebungskunststück zu machen, seine Arme um ihn schlang und ihm die Kehle kräftig zusammendrückte. (1) Als der Senat dieß erfuhr, der sich des Januarfestes wegen mit Anbruch des Tages zahlreich versammelt hatte, erklärte er sammt dem Volke denselben für einen Feind der Götter und Menschen und verordnete, daß sein Name überall ausgetilgt werden sollte; die Regierung aber wurde dem Stadtpräfekten Aulus Helvius Pertinax übertragen.

15 Der Nachfolger Cajus Antoninus Commodus hatte keine Eigenschaft mit seinem Vater gemein, außer, daß auch er glücklich gegen die Deutschen focht. Den Monat September wollte er nach seinem Namen Commodus genannt wissen. Ueppigkeit und gemeine Wollust gaben ihm eine niedrige Richtung, und oft sah man ihn in der Fechterschule und hernach sogar im Amphitheater in Fechterwaffen mit Menschen von dieser Classe kämpfen. Er starb eines plötzlichen Todes, so daß man dafür hielt, er sey entweder erdrosselt, oder durch Gift aus der Welt geschafft worden. Zwölf Jahre und acht Monate hatte er nach seinem Vater regiert: mit dem Fluche der Welt beladen, wurde er noch nach seinem Tode für einen Feind des menschlichen Geschlechts erklärt.

Highlights

  • Anonyme Kaisergeschichte
  • Sueton: Kaiserbiographien
  • Curtius Rufus: Geschichte Alexanders des Großen

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