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Eklogen

Erste Idylle: Delos

Ornitus, Coridon

Ornitus

Sinkend zähmet der Sommer noch nicht die Pferde der Sonne,
Und doch drücken die Pressen nun schon auf saftige Reben,
Und es schäumet der gährende Most mit dumpfen Geräusche.

Coridon

Ornitus, siehest du wie die uns vom Vater vertrauten
Kühe sich weich gelagert unter struppigem Gnister?
Warum sollen auch wir nicht Schatten suchen der Nähe?
Sollen gesengt das Haupt mit blofsem Hute beschützen?

Ornitus

Lass uns, Bruder, den Hain, lass jene Höhle uns suchen,
Unserm Faune geweiht, wo im dichten Walde die Pinjen
Schlank die Aeste verschränken, der brennenden Sonne zum Obdach,
Wo die Buche beschattet den Quell, der Wurzel entsprudelt,
Und ihm webet ein schützendes Zelt mit irrenden Aesten.

Coridon

Wo du mich immer hinrufst, ich folge dir, Ornitus, willig,
Da mir Leuce versagt Umarmung und nächtliche Freuden,
Stehet mir offen der Hain des hörnertragenden Faunus.

Ornitus

Nimm nun die Flöte hervor und was du etwa gedichtet.
Sieh, auch mein Rohr fehlet dir nicht, das neuerlich Lygdon
Künstlich mir aus reifem Schilfe zusammengefüget.
Und hier sind wir ja schon zum erwünschten Schatten gekommen.
Doch, was seh‘ ich? Schrift auf dieser heiligen Buche?
Die jüngst, wer er auch sey, mit eilendem Messer gezeichnet.

Coridon

Siehst du, wie noch der Buchstabe glänzt im saftigen Schnitte?
Wie die Zeichen noch nicht erweitert in trockener Spalte?
Ornitus, bringe doch näher das Auge, versuch von der hohen
Rinde zu lesen schneller das Lied dort oben am Baume.
Denn es gaben der Vater dir und die Mutter nicht sparsam
Schlank die Gestalt und hoch den Körper zum Baume zu reichen.

Ornitus

Nicht ein Hirt‘, ein Wanderer nicht nach täglicher Sitte,
Nein es sang hier ein Gott, diess sind nicht ländliche Lieder,
Nicht den Jubel der Berge enthalten die göttlichen Verse.

Coridon

Wunderbares erzählest du mir, doch lies ohne Zögern
Mir das göttliche Lied nur schnell mit folgendem Auge.

Ornitus

Der ich die Berge, die Wälder beschütz‘, ich Aethergeborner
Faunus, singe den Völkern im heiligen Baume die Zukunft,
Und mich erfreut’s das tröstliche Lied in Buchen zu schneiden.
Freuet vor allen andern ihr euch, der Haine Bewohner,
Freuet euch, ihr meine Völker! Es mag nun sicher der Wächter
Frey die Heerden umher sich überlassen, der Hirte
Nicht mit geflochtener Thüre die nächtliche Hürde verschliessen.
Dennoch stellet der Räuber nicht nach den sicheren Schafen,
Treibt mit verhängtem Zügel nicht weg geraubete Stiere.
Neugeboren wird goldenes Alter mit sicherem Frieden.
Göttlich kehret der Erde zurück, dem Kerker entnommen,
Themis, und glückliche Zeiten sind im Gefolge des Jünglings,
Der im Haine der Mutter sich schon zum Fürsten gebildet,
Wo der Göttliche herrscht, da sind die verderbenden Hände
Auf dem Rücken Bellonen gebunden, der Waffen beraubet
Wird sie mit wüthigen Bissen die eigenen Glieder zerfleischen.
Bürgerkrieg‘ entzündete sie vor kurzem der Erde,
Sich bekrieget sie nun; Rom weint um kein neues Philippi,
Feyert Triumphe der Völker nicht mehr und schmachtet in Banden.
Im Tartarischen Kerker verschlossen liegen die Kriege,
Hüllen in Dunkel das Haupt und scheuen beglückende Klarheit.
Heiter erscheinet der Friede, doch nicht nur heiter von Antlitz
Wie er oft uns erschien, zwar frey vom offenen Kriege,
In der Ferne die Feinde gezähmt, doch wütheten Waffen,
Und das heimliche Eisen entschied die sichtbare Fehde.
Weit verbannet er jegliche Plag‘ erkünstelten Friedens,
Und durch Güte genöthigt birgt das thörichte Schwert sich.
Nun wird der Henker nicht mehr am Leichenzuge ermüden
Des gefesselten Raths, nun wird die Curie nicht mehr
Wenige Väter erblicken, wenn viele schmachten im Kerker.
Völlige Ruhe wird herrschen, sie wird, unkundig des Schwertes,
Wieder rufen das Alter Saturns, Latialische Zeiten,
Neuere Reiche des Numa, der Heere, gewöhnet an Morden,
Und in Romulus Stadt nach Blut noch lechzend, die ersten
Seegen des Friedens gelehrt, wo nicht gestöret vom Kriegslärm
Nur bei Opfern und nicht im Feld‘ ertönte die Tuba.
Jetzt wird Titel nicht mehr und Schein der Aemter erhandelt,
Leer empfängt die Fasces nicht mehr der schüchterne Konsul,
Oed‘ ist die Stätte des Rechtes nicht mehr; erneuet wird walten
Recht und Gesetz, die vorige Würde erhält nun das Forum,
Art und Sitte zurück. Er scheuchet göttlich den Kummer.
Nun erfreue das äusserste Volk des tieferen Notus,
Des erhöheten Boreas sich, und welches am Aufgang
Welches am Untergang wohnt, was mittler Aether gesenget.
Seht ihr, wie schon zwanzig Nächte der heitere Himmel
Glänzt? Wie im strahlenden Lichte sich dort das friedliche Sternbild
Zeiget? Wie der Komet nicht mehr als drohendes Bild winkt?
Nicht, wie sonst er gepflegt, bringt er verheerendes Feuer
Beiden Polen und funkelt im Lichte von blutigem Glanze.
Einstens war er nicht so, bei Caesars Tode, da zeigte
Er dem preisgegebenen Bürger schreckliche Kriege.
Denn nun träget der Gott die Last der römischen Halbwelt,
Unerschüttert auf starken Schultern und schützet sie mächtig,
Dass der Wechsel der Herrschaft nicht mehr sie krachend erschüttre,
Und wenn Roma verlustig sich fühlt der schützenden Götter,
Gleich der Scheidende dann ihr auch den Kommenden zeige.

Coridon

Ornitus, längst schon fühl ich mich voll vom höheren Wesen,
Es ergreifet mich stark, mit Schrecken mischet sich Freude,
Aber lass uns die gütige Macht des Faunus verehren.

Ornitus

Lieder, welche der Gott uns selbst zu singen gegeben,
Lass uns singen, auf schlankem Rohre das Lied uns begleiten.
Sieh! Meliboeus bringt dieses vielleicht zum Ohre des Herrschers.

Zweyte Idylle: Crocale

Astacus, Idas, Thyrsis

Astacus und Idas, die Jünglinge, hatten die spröde
Crocale lange geliebt; dieser reich an wolligen Heerden,
Jener an Gärten; schön gestaltet beyde, nicht ungleich
Sich im Liede. Als einst der drückende Sommer die Erde
Sengte, da führte der Zufall sie beyde zu einerley Quelle,
Unter einerley Buchen; hier wollen im süssen Gesange
Sie um Preise sich messen; es setzet der, wird er besieget,
Sieben Felle, und jener verzieht sich der Erndte des Gartens.
Gross war der Kampf um den Preis, ihn sollte Thyrsis bestimmen.
Zeugen waren die Heerden alle, das Wild aller Arten,
Und mit leichten Schwingen der hohen Lüfte Bewohner.
Unter der schattigen Eiche erschien wer langsame Schafe
Hütet, Faunus der Alte und zweygehörnte Satyre,
Und Dryaden mit trockener Ferse, mit feuchter, Najaden,
Und es hemmten, zu hören, den Lauf die eilenden Flüsse,
Lauschend bliesen nicht mehr in zitternde Blätter die Weste,
Und geboten ein tiefes Schweigen auf allen Gebirgen.
Alles ruhte; es achteten nicht die Stiere der Weide,
Sich zu nahen dem Kampf, und ihre Blumen von Nektar
Liess, zu hören den Wechselgesang, die dädalische Biene.
Und nun setzte an schattiger Ulme sich hin in die Mitte
Thyrsis und sprach: mich dünket es sind, ihr Jünglinge, Preise
Nicht vonnöthen, es wird euch sicherlich Lohnes genug seyn,
Wenn der Sieger das Lob, wenn Spott erhält der Besiegte.
Und nun wählet den Ersten das Wechsellied zu beginnen;
Dreymal werft entscheidende Finger, der Zufall bestimme!
Und sie warfen die Finger; es singet Idas der Erste.

Idas

Mich, mich liebet Sylvan, verleiht gelehriges Rohr mir,
Und die Schläfe umkränzet er mir mit grünender Fichte;
Klein noch war ich, da sagte er mir bedeutende Worte:
Schon wächst liebliches Rohr für dich im liegenden Schilfe.

Astacus

Und mir schmücket Flora das Haar mit erblühenden Kräutern,
Und mir scherzet am Baum voll zeitiger Gaben Pomona,
Nimm, o Jüngling, so sprachen die Nymphen, nimm diese Quelle,
Und erquicke die Gärten mit fruchtbar wässernden Gängen.

Idas

Pales lehrte mich selbst die Pflege der Heerde, dass schwarze
Böcke mit weissen Schafen gefleckte Lämmer mir geben,
Die von keinem der Alten genau die Wolle bewahren,
Und doch beyde verrathen zugleich durch doppelte Farbe.

Astacus

Und durch künstlichen Fleiss impf‘ ich dem tüchtigen Baume
Fremde Blätter und Früchte, entsprossen milderem Boden,
Pfropfe Birnen dem Apfelbaum‘ und zwinge die Pfirsche
Sich der zeitigen Pflaume geäugt zuvorzudrängen.

Idas

Zarte Weiden zu schneiden erfreut mich, und Zweige des Oehlbaums,
Bringe den Heerden sie dar, damit sie lernen das frische
Laub zu fressen und Gras mit jungem Zahne zu schneiden,
Dass vom Euter vertrieben das Lamm nicht misse die Mutter.

Astacus

Und wenn trocken die Erde sich öffnet den gelblichen Wurzeln,
Werden mit frischem Quelle sogleich die Felder begossen.
Und mit Nässe getränkt, dass nicht verpflanzet die Bäume
Schmachtend missen in fremder Erde die vorigen Säfte.

Idas

O! wenn mir Crocalen ein Gott wollt zeigen! Ich würd‘ ihn
Auf der Erde, im Himmel allein ihn herrschend erkennen,
Würd‘ ihm weihen den Hain und singen: Hier in dem Baume
Wohnet die Gottheit; der Ort ist heilig, es fliehe wer unrein!

Astacus

Auch ich brenne für Crocalen; hört der Göttlichen einer
Meine Wünsche, so setze ich ihm, wo silbern die Quelle
Grünliche Wellen kräuselt und zitternd, wässert die Lilje,
Dort eine Buche umgeben von weinbekleideten Ulmen.

Idas

Achte die Hütte nicht klein und meine ländliche Wohnung;
Bäurisch ist, ich gesteh‘ es, Idas, doch ist er roh nicht;
Oft auf duftendem Rasen zittert geopfert das Schaf mir,
Oft fällt gelobet das Lamm mir am Palilischen Feste.

Astacus

Auch ich bringe den Laren die ersten Gaben des reichen
Fruchtbeladenen Gartens, und bilde Kuchen Priapen,
Gebe träufende Waben und fliessenden Honig, ein Opfer
Weniger angenehm nicht als färbt ein Bock die Altäre.

Idas

Tausend Lämmer blöcken am Euter mir auf der Weide,
Tausend Tarenter Schafe gewähren mir köstliche Felle,
Schneeiger Käse wird mir im ganzen Jahre gepresset;
Kömmst Du zu mir, Crocale, so ist meine Habe für Dich nur.

Astacus

Wer da zählen wollte die Früchte, die mir meine Bäume
Spenden, vermöchte schneller die schlanken Aehren zu zählen;
Immer erndt‘ ich Gemüse, der Winter ist mir wie der Sommer;
Kömmst Du zu mir, Crocale, so trägt mein Garten für Dich nur.

Idas

Dürret der trockene Acker gleich die schmachtenden Kräuter,
Biete ich doch Gefässe mit fetter, zitternder Milch Dir.
Felle geb‘ ich Dir dann, wann milde Wärme sich einstellt,
Und die gelinderen Monde die Schur der Schafe gestalten.

Astacus

Und ich, den auch glühende Hitze des Sommers bereichert,
Gebe dir tausend köstliche Feigen mit glänzender Schale,
Auch Kastaniennüsse so viel, wenn grünliche Stacheln
An der zeitigen Frucht sich spalten im warmen November.

Idas

Scheine ich hässlich denn Dir? Ich bitte Dich, bin ich zu alt Dir?
Täusche ich Armer mich denn, so oft ich Kinn mir und Wange
Weich berühre? Ist’s Trug, wenn ich die Blüthe der Jugend
Und den sanfteren Pflaum der Lippe wähne zu fühlen.

Astacus

Immer find‘ ich mich schön, so oft ich mich in der klaren
Quell‘ erblicke; es glänzt mir so die Blüthe der Jugend
Auf dem Antlitz, wie ich oft unter wolliger Hülle
Wachsgelb glänzen Cydonische Frucht am Baume gesehen.

Idas

Lieder heischet die Liebe, die Flöte folget der Liebe.
Doch schon sinket der Tag, und Vesper winket der Dämmrung,
Treibe, Daphnis, die Heerde hier weg, dort Alphesiboeus.
Lauter säuselt das Laub, es rauschen stärker die Bäume,
Gehe, Doris, und öffne den Wassergraben dort oben,
Lasse die Gärten, schon längst der Nässe dürftig, bewässern.
Also sangen die Jünglinge, da sprach Thyrsis zu ihnen:
„Ihr seyd gleich. Lebt einig fortan, denn euch hat die Liebe,
Euch Gesang und Anmuth und Alter auf immer verbunden.“

Dritte Idylle: Aussöhnung

Iolas, Lycidas

Iolas

Lycidas, hast du nicht meine Kuh hier im Thale gesehen?
Oefters pflegte sie wohl nach deinen Stieren zu laufen,
Und jetzt sind’s schon, seit ich sie suche, beynahe zwey Stunden,
Und doch find‘ ich sie nicht; schon lange fürcht‘ ich nicht Dornen,
Nicht Gesträuche, verwund‘ an Stacheln sorglos die Glieder,
Und doch blut‘ ich umsonst und all mein Suchen ist fruchtlos.

Lycidas

Ich hab keine gesehen; wie könnt‘ ich? Ich liebe, Iolas,
Liebe mit heissester Glut; mich flieht die treulose Phyllis,
Mopsus liebet sie jetzt und spottet meiner Geschenke.

Iolas

Trüglicher seyd ihr, Weiber, als Wind. Ist das deine Phyllis?
Die, ich erinnere mich noch gut, wenn du nur entfernt warst,
Schwur es scheine, wenn du nicht bey ihr, selbst Honig ihr bitter.

Lycidas

Alles will ich dir sagen, hast du einst Musse, Iolas.
Diesen Weiden eile nun zu, dann links nach den Ulmen,
Dort pflegt unser Stier, wenn Hitze senget den Anger,
Gerne zu ruhen und lieget gestreckt im kühlenden Schatten,
Wiederkäuet die früh geweideten Kräuter gemächlich.

Iolas

Nein, ich gehe nicht fort, Lycidas, obgleich du es heissest.
Tityrus, eile dort links nach den Weiden, die er bezeichnet,
Suche umher, und wenn du sie trifst, so treibe mit Schlägen
Mir sie hieher und bringe nur ganz den Stab nicht zurücke.
Und nun sage mir, Lycidas, wie so wichtiger Zank euch
Trennen konnte? und welcher Gott eure Liebe gestöret?

Lycidas

Phyllis liebte zufrieden ich einzig, du weisst es, Iolas,
Achtete Callirhoëns nicht, trotz der gebotenen Mitgift.
Ach! da fänget sie an mit Mopsus Rohr sich zu fügen,
Singt von der Flöte des Hirten begleitet ihm unter der Eiche.
Als ich es sah‘, ich gestehe es dir, entbrannt ich so heftig,
Dass ich mich länger im Zaume nicht hielt, und beyde Gewänder
Ihr zerriss, entblösset die Brust ihr mit wüthender Hand schlug.
Zornig eilt‘ Alcippen sie zu und rief: Ich verlass dich,
Unverschämter, nun liebt deine Phyllis den Mopsus alleine.
Und bey Alcippen bleibet sie nun, und ich fürchte, sie treibt es
Nun noch weiter, doch weniger wünsch‘ ich sie wieder zu haben,
Wenn nur wieder ein Streit sie trennte vom keuchenden Mopsus.

Iolas

Du gabst Ursach zum Zank; besiegt musst du nun der Erste
Zur Versöhnung bieten die Hand. Ein Mädchen will Nachsicht,
Selbst wenn es den Hader begann. Doch hoffst du von einer
Bothschaft Hülfe, so bring‘ ich sie gern dem zürnenden Mädchen.

Lycidas

Lange schon dicht‘ ich ein Lied, das Phyllis könne versöhnen;
Höret sie es, so erweichet vielleicht die Klage sie wieder.
Ach! sonst pflegte sie wohl zum Himmel mein Lied zu erheben.

Iolas

Singe es mir, des Kirschbaums Rinde vertrau ich die Worte,
Bringe das Lied vom Stamme gelös’t auf röthlicher Schal‘ ihr.
Lycidas, blass und von Kummer entstellt, schickt, Phyllis, ein Lied dir,
Diese Klage dir zu, die der Arme weinend gedichtet
In den Nächten des Grams, wenn sein mattes Auge der Schlaf floh.
So vergehet nicht nach geles’ner Olive die Amsel,
So nicht der Hase, wenn schon die letzten Trauben gesammelt,
Als entfernet von seiner Phyllis Lycidas schmachtet.
Lilien scheinen, getrennet von dir, ich Armer, nur schwarz mir.
Ach! mich eckelt der Quelle, der Wein scheint sauer der Lippe.
Doch, kehrst du zurücke, so glänzt der Lilie Schnee mir,
Mundet die Quelle, der Wein scheint süss, wie vormals, der Lippe.
Jener Lycidas bin ich, bey dessen Liede du glücklich
Dich gepriesen, dem du oft süsse Küsse gereichet.
Dessen Lieder du dreist mit holdem Kosen gestöret,
Und die hüpfenden Lippen auf seinem Rohre gesuchet.
Ach, des Schmerzes! und dir hat die rauhe Stimme des Mopsus,
Und sein dürftiges Lied, sein kreischendes Rohr noch gefallen?
Wem ergiebest du dich ? Wen fliehst du Phyllis? Wohl schöner
Preiset man mich als ihn, du pflegtest selbst es zu sagen.
Aber auch reicher bin ich. Treibt er der Böcke so viele
Auf die Heerde, als ich wohl Stiere zähle des Abends?
Alles das ist dir bekannt. Du weisst, geliebteste Phyllis,
Wie mir zahllose Kühe die Euter leeren im Eimer,
Und wie häufig das saugende Kalb an der Mutter mir hänget.
Aber entfernet von dir vermag ich kein Körbchen von Weiden
Schlank zu flechten, nicht rinnende Milch in Käse zu formen.
Fürchtest Schläge du noch von mir? Sieh, Phyllis, die Hände,
Bittend reich‘ ich sie dar; du kannst mit geflochtener Weide,
Kannst mit zäherer Rebe sie auf den Rücken mir binden.
So wie Tityrus band die Schelmen-Arme des Mopsus,
Und den nächtlichen Dieb hing in die Mitte des Schafstalls.
Nimm sie, bedenke dich nicht; der Strafe schuldig sind beyde.
Doch hab‘ ich Tauben dir oft mit diesen Händen gefangen,
Oft ein schüchternes Häschen, im Neste der Mutter entlistet,
In den Schooss dir gelegt; ich brachte ja immer zuerst dir
Lilien, frühere Rosen ich dir, kaum schwärmte die Biene
Nur um die Blumen, so schmückte ein Kranz von mir deine Schläfe.
Aber der Lügner prahlet vielleicht mit güldenen Gaben,
Er, der in schweigender Nacht, sich, sagt man, Lupinen gestohlen,
Und statt Brodts mit schlechtem Gemüse sich öfter beholfen.
Der schon glücklich sich schätzt und überglücklich, wenn Gerste
Er mit kleinerem Stein‘ und eigenen Händen gemahlen.
Machet die schändliche Lieb‘, ich schaudere, wenn ich es denke,
Meinen Bitten dich taub, so hänge ich Armer an jene
Eiche mich auf, die zuerst den Schimpf meiner Liebe gesehen.
Aber ich schneide vorher diess in den widrigen Baum noch:
„Hirten, keiner traue den Mädchen, sie täuschen euch alle,
Mopsus liebet die Phyllis und Lycidas stirbt nun vor Kummer.“
Und nun, wenn du Leidenden gerne hilfest, Iolas,
Bringe der Phyllis das Lied; vielleicht erweichst du die Harte.
Ich steh ferne, versteckt im spitzen Rohr‘ oder lausche
In der Näh‘, wie ich oft wohl gethan, am rasigen Hügel.

Iolas

Wohl! wir gehn; und sie kommt zurück, wenn mich Zeichen nicht trügen,
Denn dort bringet zur Rechten mir Tityrus günstige Kunde,
Sieh, er kehret zurück mit der Kuh, die er glücklich gefunden.

Vierte Idylle: Caesar

Meliboeus, Corydon, Amyntas

Meliboeus

Wie so vertieft, Corydon ? Woher die bedeutende Miene?
Warum sitzest du hier so sinnend unter dem Platan
An dem murmelnden Quell? Liebst du die Kühle des Ufers?
Mildert vom nahen Wasser der Duft dir die Schwüle des Tages.

Corydon

Lange schon sinn‘ ich ein Lied, Meliboeus, doch nicht von den Hainen,
Nein, ich sinne ein Lied, die goldnen Tage zu singen,
Ihn, den Göttlichen selbst zu singen, den Vater und Herrscher
Ueber Rom und zahllose Völker, den Geber des Friedens.

Meliboeus

Lieblich tönet dein Lied, o Jüngling, es neiget Apollo
Günstig den Blick dir zu; doch Roma’s erhabene Gottheit
Darfst du mit Tönen, geschickt für Menalkas Heerden, nicht singen.

Corydon

Wie es gelinge; es mag auch ländlich klingen dem feinern
Ohre, scheinen nur werth dem Dörfer gesungen zu werden;
Wenn mein ländliches Lied nicht glänzt im Schmucke der Dichtung,
Findet es Nachsicht doch durch frommen Willen des Sängers.
Unter dem Felsen dort, den breit die Pinje beschattet,
Dichtet am gleichen Liede mit mir mein Bruder Amyntas,
Fast an Alter mir gleich, so wie an Liebe zur Flöte.

Meliboeus

So verhinderst du ihn nun nicht mit duftendem Wachse
Sich die Syringe zu bilden, den oft mit strafendem Munde
Du gehindert auf leichtem Halme zu wagen ein Liedchen.
Mehr als einmahl hab‘ ich gehört, dich, Corydon, sagen:
„Knabe, zerbrich die Syringe, verlass die trügenden Musen,
Eicheln sammle vielmehr dir ein und rothe Kornellen
Führe zum Melken das Vieh und trage mit lockendem Ausruf
Milch zum Verkauf in die Stadt; was wird das Rohr dir ertragen?
Wie vor Hunger dich schützen? Auch meine Lieder ertönen
Nirgends, als wenn an diesen Klippen Echo sie hallet.“

Corydon

Ja, ich bekenn’s, Meliboeus, so sprach ich; doch sagt‘ ich es ehmals;
Jetzt sind andere Zeiten, jetzt schirmet ein anderer Gott uns.
Jetzt lacht heitere Hoffnung; dass ich nun Beeren nicht lesen,
Nun mit wildem Eybisch nicht mehr darf stillen den Hunger,
Dein Werk ist’s, deine Güte, sie speis’t mit Rocken die Hirten.
Dich erbarmte der Noth, durch dich braucht dem Mangel des Winters
Nun die gelehrige Jugend nicht mehr mit Eicheln zu trotzen.
Siehe, es ist, Meliboeus, dein Werk, wenn wir fürder nicht klagen,
Deines, dass wir gesättiget ruhn im sicheren Schatten,
In Amaryllis Hainen. Ja, wärest du, Meliboeus,
Nicht gewesen, so hätte ich jüngst die äussersten Ufer
Dieser Erde gesehn, gesehn dort Geryons Heerden
Nah von wilden Mauren begränzt, wo, der Sage nach, Baetis
Westlichen Sand dem Meere zuführt im mächtigen Laufe.
Elend läge ich jetzt am fernsten Ende der Erde,
Und, o Schrecken! iberisches Vieh rings um mich gelagert,
Zwänge ich wildes Getön aus siebenröhriger Syrinx;
Keiner achtete dort der Muse im wilden Gesträuche,
Und es liehe vielleicht selbst nicht der Göttliche günstig
Mir das Ohr, denn Wünsche, die ihm von ferne geschallet,
Hätte am andern Ende der Welt er nimmer vernommen.
Doch, wenn bessere Töne dich nicht beschäftigen, wenn nicht
Höhere Lieder als meins dein Beyfall-Lächeln erheischen,
Darf ich der Kennerfeile denn wohl mein heutiges bieten?
Denn dir gaben die Götter nicht nur der Witterung Kunde,
Die den Landmann bedroht, und Deutung des morgenden Tages
Aus dem goldenen Sinken der Sonne; du singest auch häufig
Süsse Lieder, und dann lohnt bald mit bacchischem Epheu
Dich die Muse, bald schattet Apollo mit Lorbeer das Haupt dir.
Wärest günstig dem Schüchternen du, ich würd‘ die Syringe
Wohl versuchen; Iolas, der künstliche, schenkte sie gestern
Mir und sagte dabey: Sie bändiget wüthende Stiere
Diese Syringe, und tönt selbst unserm Faune melodisch;
Tityrus hatte sie einst, er, der auf diesen Gebirgen,
Lieder gesungen zuerst, die sonst nur tönten am Hybla.

Meliboeus

Dein Beginnen ist gross, Corydon, so du Tityrus seyn willst;
Er war ein heiliger Dichter, der auf dem ländlichen Rohre
Uebertönte die Leyer; von dessen Liede besänftigt
Wilde Thiere sich schmiegten, dem horchend folgte die Eiche,
Nymphen bestreuten den Sänger mit röthlichgelben Akanthus,
Ordneten ihm verworrenes Haar mit künstlichem Finger.

Corydon

Göttlich ist er, ich bekenne es selbst, Meliboeus, doch würde
Phöbus vielleicht auch mir beyfällig lächeln; so höre
Du denn günstig, ich weiss, dich liebt vor Andern Apollo.

Meliboeus

So beginne dein Lied, ich höre dich gerne; doch siehe
Dass von zartem Buxe die dünne Flöte nicht etwa
Töne nur gebe wie die, wenn einmal Alexis gelobt wird.
Wähle dir lieber das Rohr, das einst die Wälder gesungen
Werth vom Consul gehöret zu werden, ich rieth es dem Hirten.
Hebe das Lied dreist an. Da kommt auch dein Bruder Amyntas.
Siehe, im Wechselgesange soll er dein Lied dir begleiten.
Singet nun ohne Verzug; es folge der eine dem andern.
Du, Corydon, beginnest das Lied, du folgest, Amyntas!

Corydon

Jupiters Schutz rufe an, wer kühn zu singen den Aether,
Wer das Atlantische All des hohen Olympus gewaget.
Doch mir lächele heiter und gern mit lohnendem Munde
Der ein höheres Wesen, die Welt und ewigen Frieden
Uns mit Kräften der Jugend erhält, der Himmlische, Beyfall!

Amyntas

Auch mich seh‘ der Gefährte Apolls, des lieblichberedten,
Caesar, mit Huld, verschmähe es nicht die Berge zu sehen;
Phoebus liebet sie auch, es schützt sie Jupiter selber.
Dort grünt seinen Triumphen bestimmt der üppige Lorbeer,
Dort erhebt sich der heilige Baum die Schläf‘ ihm zu kränzen.

Corydon

Er, der die Pole mit Frost erstarret, entzündet mit Hitze,
Vater Jupiter selbst, dem du, o Caesar, in allem
Gleich bist, entäussert des Blitzes sich oft, besucht die Gefilde
Creta’s, höret gelagert auf Moos Curetische Lieder
In der grünenden Höhle am Fusse des waldigen Dicte.

Amyntas

Siehest du rings die Wälder umher? sie schweigen voll Ehrfurcht
Bey dem Nahmen des Caesars; ich sah‘ im wüthenden Sturme
Plötzlich so die Haine einst ruhn, es schwankte kein Aestchen,
Und ich sagte: ein Gott verscheuchte sicher die Winde!
Und es erklangen ohne Verzug Pharsalische Flöten.

Corydon

Siehe, die zarten Lämmer ergreift ein plötzliches Feuer;
Schnell zuströmende Milch beschwert zusehends das Euter,
Ueppig krauset die jüngst geschorne Wolle sich wieder.
Einmal hab‘ ich es schon in diesem Thale gesehen,
Damals sagten die Hüter der Heerden: es nahe sich Pales.

Amyntas

Ja, es betet die Welt ihn an, die Völker der Erde.
Von den Göttern geliebt ist der, den schweigend die Wälder
Ehren, bey dessen Nahmen ein himmlisches Feuer die kalte
Erde durchdringt, mit Blumen sie schmückt, und dichter die Wipfel
Duften im Walde empor, der starrende Baum sich verjünget.

Corydon

Als die Erde zuerst der Gottheit Nähe gespüret,
Da begann die üppige Saat der trügenden Furchen
Schnell zu wuchern, es standen nun dicht die volleren Schoten.
Schädlicher Lolch ersticket nun nicht die reichliche Ernte,
Bleichet in tauben Aehren nicht mehr die sprossenden Körner.

Amyntas

Straflos rühmet sich nun der glückliche Gräber der Schaufel,
Freut, wenn das Glück ihm gelacht, sich des gefundenen Goldes.
Nicht, wie jüngst noch, fürchtet im Erdumwenden der Pflüger,
Dass am Eisen ertöne der unglückbringende Fund ihm,
Sicher stemmet er sich nur mehr und mehr auf die Pflugschar.

Corydon

Sein Werk ist’s, dass nun die ersten Aehren der Ceres
Beut der Landmann, den jüngsten Wein dem Bromius träufelt,
Dass entkleidet auf reichlichen Trauben hüpfet der Winzer,
Dass ein gesättigtes Volk das Haupt des Dorfes erhebe,
Welches am Scheidewege die festlichen Spiele geordnet.

Amyntas

Er giebt meinen Hügeln den Frieden; wir können nun, Dank ihm,
Jauchzen, so viel uns beliebt, begleiten mit Dreyschlag die Lieder
Unsrer Freude, es ist uns vergönnt zum Reihen zu singen.
Siehe, ich kann in saftige Rinde nun schneiden die Lieder,
Rauher Trommeten Geschrey betäubt nicht fürder das Feldrohr.

Corydon

Sicherer unter des Caesars Schutze durchirret nun Pan selbst
Seine Wälder, es ruhet nun Faunus im lieblichen Schatten
Unbesorgt, es plätschert ruhig im murmelnden Bache
Nun die Nais, mit trocknem Fusse eilt flüchtig Oreas
Ueber die Berge, sie färbt ihn nicht mehr mit Blute der Menschen.

Amyntas

Götter, höret mein Flehen! Ihr sandtet den himmlischen Jüngling
Uns vom Aether herab, o nehmt im spätesten Alter
Ihn erst wieder zurück! – nein, nehmet das Sterbliche von ihm,
Lasset in ewigem Golde den himmlischen Faden ihm glänzen,
Göttlich ihn seyn und doch den hohen Himmel nicht missen.

Corydon

Und du, Caesar, du seyst nun Jupiter selbst in erborgter
Hülle, du seyst in sterblichem Körper der Himmlischen Einer!
Höre mein Flehn! Lebe lange! Beherrsche diess Reich, diese Völker
Ewig! erhöre die Bitte! bekämpfe die Liebe zum Himmel!
Vater, verlass die Erde, durch dich verwöhnet, nicht wieder!

Meliboeus

Ländliche Lieder glaubte ich euch, für stumpfere Ohren
Von den Göttern der Haine verliehn, doch was ihr zum Rohre
Mir im Wechselgesange nur eben jetzo gesungen
Klinget so lieblich dem Ohre, so süss, dass ich lieber nicht möchte
Honig kosten, wie ihn Pelignische Schwärme bereiten.

Corydon

O! wie lieblich mir auch das Lied entschlüpfet der Lippe,
Lieblicher tönte es dann, Meliboeus, wenn man auf jenen
Hügeln mein Hüttchen einst zeigte, wenn einst so glücklich ich wäre,
Meine Heerden zu sehn. Ach! oftmals täubet das Ohr mir
Mangel, dem Liede nicht hold, und raunt mir: „sieh nach den Schafen!“
Doch, wenn irgend mein Lied des Beyfalls würdig dich dünket,
Bringe dem Gotte es dar, Meliboeus; dir ist es vergönnet,
Dich der heiligen Wohnung des Palatinischen Phöbus
Frey zu nähern; du wirst mir seyn, was dem Tityrus der war,
Der den lieblichen Sänger den Wäldern entrissen, der Stadt gab,
Ihm die Götter dort zeigte und sprach: „Verlass nun die Heerden,
Tityrus, einst der Dichter der Flur, jetzt singe die Kriege!“

Amyntas

Sähe doch bald ein günstiges Glück auf unser Bemühen!
Wäre der Gott doch hold der ihm ergebenen Jugend!
Aber wir schlachten indess ein zartes Böcklein, und eilen
Unserm ländlichen Mahle die Speise schnell zu bereiten.

Meliboeus

Führet die Schafe zum Flusse nun hin, schon wüthet die Hitze,
Und es nähert den Füssen den kürzern Schatten die Sonne.

Fünfte Idylle: Mycon

Mycon, der Greis, und Canthus, der Zögling Mycon’s, sie flohen
Aus der sengenden Sonne zum weit umschattenden Baume;
Als der Alte begann die zitternden Lippen zu öffnen
Und mit wankenden Worten den Jüngling also belehrte:
Jene Ziegen, die irren du siehest dort im Gesträuche,
Und mit lüsternem Bisse bereifte Gräser abweiden,
Jene Heerden, die dort entfernt vom Berge du siehest,
Canthus, geliebter Knabe, sie grasen im sonnigen Thale,
Uebergeb‘ ich dir, der Greis dem Jünglinge; nimm sie
Selbst in die Huth, du kannst schon selber tragen die Mühe,
Kannst nun üben für mich die Kräfte der rüstigen Jugend.
Ach! du siehest wie mir das Alter so viele Beschwerden
Bringet, wie tief der Rücken gebückt des Stabes bedürftig.
Wie du aber die Ziegen, sie lieben die buschigen Höhen,
Wie die Lämmer du weidest auf weichen Wiesen, vernimm es.
Wisse demnach, wenn zwitschern du hörest die Vögel im Lenze,
Wenn die wiederkehrende Schwalbe das Nest sich beklebet,
Führe dann schnell das Vieh aus dumpfem Stalle des Winters.
Neubekleidet sprosset der Hain mit frischerem Grüne,
Und beginnet die Schatten des Sommers mit jungem Gesträuche,
Dann erblühen die Wälder, es jüngt das grünende Jahr sich.
Dann herrscht Venus, es lodert die Glut der heissen Begierde,
Und das brünstige Vieh empfängt die springenden Böcke.
Führe jedoch nicht früher auf grüne Weide die Heerden,
Bis du Pales versöhnt; leg dann auf grünenden Rasen
Feuer, und rufe die Gottheit des Orts mit geweihetem Mehle,
Rufe den Faun und den Lar; es färbe die rauchenden Messer
Dann das Opfer, und, weil es noch lebt, umgeh‘ es die Ställe.
Und nun weile nicht mehr, gieb deinen Schafen die Felder,
Deinen Ziegen Gesträuch, wenn jenen Berg nun die Sonne
Hat erstiegen, und schon durchwärmt die Stunde des Morgens.
Und, wenn Musse du hast, so lass, weil die Sonne der Frühe
Kühle mildert, den Eimer dir schäumen vom strotzenden Euter,
Lass die vollen Körbe gerinnen und presse noch einmahl,
Was vom Melken des vorigen Tages dir übrig geblieben.
Denke der Lämmer jedoch, dass nicht Begierde des Geldes,
Das dir der Käse verspricht, die zarten Lämmerchen tödte;
Denn vorzügliche Liebe gehört und Pflege den Jungen.
Auch verdriesse dich nicht, wenn spät zum Stalle du treibest,
Und ein gebährendes Schaf du ächzend findest am Wege,
Diess auf deine Schulter zu nehmen, die zitternden Jungen,
Noch zum Stehen zu schwach, im warmen Busen zu tragen.
Ferner suche die Weide nicht weit vom Stalle zu haben,
Treibe die Heerde zum Futter nicht hin in entlegene Wälder,
Wenn noch trüglicher Himmel das Wetter wechselt im Lenze.
Denn es täuschet der Frühling, er lacht mit heiterer Stirn jetzt,
Plötzlich rauscht er daher in Nacht und Toben des Sturmes,
Und entreisst die Lämmerchen dir mit schwellenden Fluthen.
Doch, wenn länger der Tag, wenn dürrende Hitze dich senget,
Wenn vom heitern Himmel nicht mehr der Wechsel zu fürchten,
Dann vertraue dem Walde das Vieh, dann suche die Weide
Fern; doch treibe vor Tage schon aus, die feuchtere Nachtluft
Würzt die Kräuter, wenn nun der Eurus schweiget, die frischen
Wiesen triefen erquickt vom kühlen, nächtlichen Thaue,
Und es leuchten am schimmernden Grase die Tropfen der Frühe.
Wenn nun schallet im Haine das heisere Lied der Cicade,
Treibe die Heerde zum Quell und lass die Kräuter sie dann nicht,
Nicht die Felder mehr suchen; es nehme der schützende Schatten
Dann der alten Eiche sie auf, doch wenn um die neunte
Stunde die sinkende Sonne die Luft zu kühlen beginnet,
Und die spätere Zeit des ländlichen Mahles gekommen,
Treibe die Heerde dann wieder hinaus, verlasse die Wälder.
Schliesse jedoch das Vieh im Sommer nicht eher in Hürden,
Bis zum Schlafe der Vogel sich birgt in schwebende Nester,
Bis im Eimer die zitternde Milch zu Käse geronnen.
Zeit ist es dann, mit Schilf die frisch geschorene Wolle
Einzuschnüren, denn nun muss man die Wolle der Mütter,
Muss die Haare, die Bärte nun scheren der riechenden Böcke.
Vorher sondre jedoch das Vieh, bezeichne die Heerden,
Lege von gleichen nur Wolle zusammen, dass lange zu kurzer
Nicht, zur harten die weiche, zur braunen die weisse sich mische.
Wenn nun aber dein Schaf, der Wolle beraubet, entblösst wird,
Siehe dich vor, dass nicht mit scharfer Schere die Haut ihm
Sey verletzet, dass nicht in heimlicher Wunde die Beule
Berg‘ ein schleichendes Gift; denn so du nicht mit dem Messer
Dieses öffnest, naget mit schnellem Frasse der Eiter
Fort am Körper und zehrt die aufgelöseten Knochen.
Führe dagegen, o höre den Rath! lebendigen Schwefel,
Frisches Bergwachs und Zwiebel des Meers bey dir, damit Hülfe
Schaffen du mögest, auch mangle dir hartes Bruttisches Harz nicht.
Schmiere den nakten Rücken ihm dann mit geschmeidiger Salbe.
Koche dir auch mit Honig gemischt schnell rollendes Silber,
Zähes Bergwachs rühre hinzu im Kupfergefässe,
Drücke damit den Nahmen ihm auf, es möchte dir sonsten
Grossen Streit erregen der Herr der gränzenden Triften.
Dann, wenn trocken das Feld, wenn brennend schmachtet die Erde,
Wenn geborsten der stehende Sumpf, der leimige Boden
Glüht, zerstörend die Sonne die dürren Kräuter verstäubet,
Ist’s mit gelblichem Galbanon nützlich die Ställe zu räuchern,
Zu umgehen die Hütten mit Dampf vom Horne des Hirsches;
Schützend ist es vor bösen Schlangen, du wirst sie gefahrlos
Drohn dir sehen, denn keine vermag die schneidenden Zähne
Dann zu knirschen, es beisset umsonst geschwächet ihr Mund noch,
Wehrlos lieget sie da, vergebens drohet ihr Gift dir.
Nun bedenke die Art, zur herbstlichen Zeit die Geschäfte
Zu betreiben, wenn sich zur Lese nun öffnet der Weinberg,
Wenn nun ruhig der Winzer gelesen die Trauben und heim trägt,
Dann beginne den Hain, die frischen Zweige zu schneiden,
Streife die Spitze dann ab von zarten Aesten, du musst dann
Laub einsammeln, so lange der Saft im Baume noch treibet,
Grün die Blätter noch sind, sie welk nicht verwehet der Südwind.
Ihrer bedarfst du dereinst, du wirst vom wärmeren Boden
Dann sie holen, wenn rauhere Zeit die Heerde dir einschliefst.
So magst mühen du dich, dann kommt die Arbeit, es fordert
Aemsige Sorge der Herbst, da zeigt der fleissige Hirt sich.
Rührsam menge das trockene Laub mit frischem und eile
Neue Blätter zu häufen; es möchte der düstere Winter
Dich ereilen, er möchte mit Frost erstarren die Wälder,
Drückender Schnee sie krümmen und dürre Gesträuche belasten.
Doch auch weiches Weidengebüsch und glänzenden Epheu
Wirst im kalten Thale du finden, mit saftiger Speise
Musst du, Canthus, stillen den Durst der Heerde, es nützet
Nichts der trockene Hauf‘ im Ueberflusse gestreuet,
Wenn vom frischen Safte geschwellt die Zweige dir fehlen,
Die noch Leben und Kraft in vollem Marke verhüllen.
Streue vorzüglich den kalten Boden mit trockenem Laube.
Und mit Strohe, es möchte der Frost die zitternde Heerde
Quälen, und innere Seuche dir dann verheeren die Ställe.
Mehreres sagte ich dir noch gerne; es bleibet noch vieles
Uebrig; doch schon sinket der Tag, die Sonne ist unter,
Luzifer scheuchet schon kühl die wärmeren Stunden vom Himmel.

Sechste Idylle: Der Zank

Astilus, Lycidas, Mnasylus

Astilus

Spät kommst, Lycidas, du; Nyctilus und Alcon, der Hirte,
Haben in diesem Schatten im Wechselgesange gestritten;
Ich war Richter, es galt einen Preis, und Nyktilus setzte
Böcklein mit der Mutter, und jener ein Hündchen, er schwur, es
Wär aus Löwengeschlecht; doch alles entführte der Sieger.

Lycidas

Ist’s wohl, Astilus, glaublich, dass Alcon, unkundig des Liedes,
Nyctilus habe besiegt? Dann mag den Stieglitz die Krähe,
Mag das Krächzen der Eule der Nachtigall Töne besiegen.

Astilus

So mögst, Petale, du, die ich einzig nur liebe, mich hören!
Wenn in leichterer Kunst des Rohres Nyctilus, wenn er
Ihm mehr gleichet im Liede als an Gestalt er ihm ähnlich.

Lycidas

Ha! nun merk‘ ich die List! Für dich ist Nyctilus bleich nur;
Und sein zottiges Kinn noch spitzer als Stachelschweine;
Jener andre ist weis und makelloser als Eyer,
Heiter lachet sein Auge, es gleicht dem Golde die Locke,
Wenn er nicht sänge, man könnte ihn nennen den zweyten Apollo.

Astilus

Auch du, Lycidas, wenn du Sinn für Lieder nur hättest,
Würdest Alcon loben, den alle den Sänger gepriesen.

Lycidas

Willst du, denn auch mit mir wirst du, verwegener Richter,
Dich nicht messen, im Rohr mit mir es wagen? Es sey drum,
Tritt zum Kampfe heraus, den Sieg entscheide dein Alcon.

Astilus

Du willst einen besiegen? Wird auch wohl einer des Kampfes
Dich noch würdigen? Kaum magst du ja lallen die Töne,
Stössest abgebrochen hervor nur schluchzende Wörter.

Lycidas

Schmähe nur fort; du, Bösewicht, kannst nicht Wahres mir sagen,
Wie Lycotas gesagt, als er dich öfter gelästert.
Doch was verschwenden die Zeit wir noch mit nichtigem Streite?
Siehe, dort kommt Mnasylus: er sey, gefällt er dir anders,
Richter; so zwing zum Beweise mich nun, ungläubiger Zänker.

Astilus

Lieber möchte ich wohl mich selbst des Preises verziehen,
Als im Kampfe mit dir nur meine Stimme zu wagen.
Doch dein harret der Lohn, Verwegener. Siehst du den Hirsch dort?
Ruhig lieget umgeben er da von glänzenden Liljen.
Petale liebet ihn zwar, doch er gehöre dem Sieger.
Zügel trägt er, er duldet das Joch und folget dem Rufe
Arglos, nähert bescheiden das Maul und furchtlos dem Tische.
Siehe den hochbezweigeten Kopf; erblickst du die Binde
Um die Hörner? Es glänzet am schlanken Halse das Band ihm.
Siehest du schimmern die Stirne bedeckt mit blendender Halfter?
Und den Gürtel, er hält den schlanken Leib ihm umfangen?
Wie das blitzende Glas der Kugeln ihm spielet am Rücken!
Wie mit zarten Kränzen umwunden von duftenden Rosen
Ihm der Hals und Geweih! Der Schmuck der goldenen Kette
Schwimmt vom Nacken herab, es hängt der Hauer des Ebers
In der Mitte, bezeichnet die Brust mit blendendem Halbmond.
Wie du ihn siehest im Thale, ich will zum Preise ihn setzen.
Doch er setze auch mir einen Lohn, besieg‘ ich den Kecken.

Lycidas

Schrecken will er mich wohl mit seinem Preise, doch siehe,
Ob ich ihn fürchte, Mnasylus, du kennst die Pferde, die niemahls
Mir getragen das Joch; die Zucht ist edel, ich setze
Meinen schnellen Petasus dran. Entwöhnet der Mutter,
Fängt er das Gras erst an mit zarten Zähnen zu pflücken.
Leicht ist sein Fuss, die Seite ihm schlank, hoch wölbet der Hals sich
Feurig dreht sich der Kopf, geschweift ist der Rücken, gelenkig
Ihm der Nacken, und kurzes Horn umschliesset das runde
Zierliche Huf; durchhüpfet das Ross die blühenden Felder,
So berühret, doch krümmet es nicht leicht knickende Halme,
Dieses geb‘ ich besiegt; ich schwör’s den Göttern der Haine.

Mnasylus

Musse hab‘ ich und Lust euch zu hören im Wechselgesange;
Richten will ich den Kampf, so ihr’s begehret. Es haben
Selbst die Musen gewölbet den Sitz dort unter der Eiche.
Doch hier möchte das Rauschen des nahen Baches uns stören,
Lassen wir denn dieses Gras und das Ufer der flüchtigen Welle;
Dumpf am tiefgehöhleten Stein ertönet das Wasser,
Und es störet des Bachs geschwätziges Murmeln im Kiessand.

Astilus

Lasset uns lieber den Fels, die nähere Höhle uns suchen,
Tropfend hängt von der Decke herab stets grünendes Moos dort,
Und er wölbet im Bogen sich hohl, von Klippen gebildet,
Muschelförmig und gleich der gehöhleten Schale der Schildkröt‘.

Mnasylus

Wohl! wir gehen; dort sichert vor Lärm die schweigende Grotte.
Willst du sitzen, es höhlet bequem zum Sitze der Tof sich,
Willst du stützen den Arm, es grünt hier weicher der Rasen,
Als die Decken der Kunst. Nun singet friedlich die Lieder;
Gerne hört‘ ich von Lieb‘ euch singen im Wechselgesange;
Singe die Petale du, du Lycidas, preise die Phyllis.

Lycidas

Höre, Mnasylus, wir bitten dich, nur so günstig auch uns an,
Als den Astilus du noch neulich und den Acanthis,
Wie man saget, als Richter gehört im Thaleischen Walde.

Astilus

Nun denn, reitzet er mich zum Sprechen, so kann ich nicht schweigen.
Halten mag ich länger mich nicht; er suchet nur Händel,
Wohl, er schelte und hör‘ es zurück, so will er es. Zittern
Werd‘ ich gerne ihn sehn und bleich vor Aerger, wenn hören
Er wird müssen von dir enthüllet jegliche Schandthat.

Lycidas

Sahn mich etwa Stimicon jüngst, der Nachbar, und Aegon,
Lauschend unter diesem Gesträuch, bemühet dem zarten
Mopsus männliche Küsse zu lügen? Wie lachten die Horcher !

Astilus

Wäre nur jetzt Mnasylus nicht hier, der Starke, du solltest.
Dahin kommen, dich selbst zu glauben der Schlechtesten Ersten.

Mnasylus

Warum tobet ihr doch? Warum beherrschet euch Wahnsinn?
Ist das Kampf im Wechselgesang? Zu schlichten vermag ich
Nicht die Fehde, ein anderer mag als Richter sie enden.
Mycon kommt gerade daher, auch Nachbar Jolas,
Diese mögen vielleicht dem Streit ein Ende bestimmen.

Siebente Idylle: Das Schauspiel

Lycotas, Corydon

Lycotas

Spät kommst du, Corydon, aus der Stadt; die zwanzigste Nacht schon
Ist’s, dass unsere Wälder dich wieder zu sehen begehren,
Und die traurenden Stiere dein frohes Rufen vermissen.

Corydon

O du stumpfer Lycotas! du bist weit härter als Holz noch,
Da du lieber veralterte Buchen als neueres Schauspiel
Sehn magst, welches in räumlicher Rennbahn der Göttliche dort giebt.

Lycotas

Ja ich forschte verwundert, was dort dich so lange gehalten,
Wie deine Flöte so lange geruht in schweigenden Wäldern.
Und mit bleichem Epheu geschmückt nur Stimicon sänge,
Den wir, traurend um dich, mit zartem Böcklein beschenkten.
Während du lange verzogst, hat Thyrsis die Ställe geweihet,
Und die Hirten auf schallendem Rohr zu kämpfen ermuntert.

Corydon

Mag, von keinem besiegt, Stimicon die Preise bekommen,
Reicheren Lohn des Sieges sogar, nicht einzelne Böcklein,
Sämmtlich nehm‘ er sie hin, die Ställe, die Thyrsis geweihet,
Dennoch ständ‘ er an Freude mir nach; und schenkte mir einer,
Was Lucaniens Wälder an schönen Heerden besitzen,
Lieber wär‘ es mir nicht, als was in der Stadt ich gesehen.

Lycotas

Sage mir, was du gesehn, Corydon, verachte nicht neidisch
Mich als Hörer; du wirst mich gewiss nicht minder entzücken,
Als wenn singend du kämpfst, wenn wir die fruchtbare Pales
Oder der Hirten Apoll zum Opfer rufen am Feste.

Corydon

Hoch zum Himmel empor sah ich den künstlichen Schauplatz
Sich erheben – er blicket herab auf die Spitze Tarpejens –
Sah unermessliche Stufen; die sanft gelehnete Höhe.
Zu den Sitzen stieg ich hinauf, wo schmutzige Menge,
In die Reihen der Weiber gemischt, zum Sehen sich drängte,
Denn der offene Theil, vom freyen Himmel gewölbet,
War von Rittern bedeckt und glänzend weissen Tribunen.
Wie sich dehnet diess Thal weit herum im geräumigen Kreise,
Tief die Seite geschweift, rings überhängende Wälder,
Unter der Kette der Berge gehöhlt sich krümmet die Tiefe:
So umschliesset ein Bogengebäu den ebenen Kampfplatz,
Bildet den eyergeformeten Raum ein Doppeltheater.
Wie erzähl‘ ich dir nun, was kaum zum Theile zu fassen
Mir das Auge gestattet? So war vom Schimmer geblendet
Rings mein Blick, betäubet war ich, mit offenem Munde
Staunte das Ganze ich an, zu schwach, die Theile zu sondern.
Siehe, da sprach zu mir ein Greis, der eben mir links sass:
„Gelt, du Hirte, es starret dein Blick zu sehen die Wunder?
Und du staunest ob aller der Pracht, unkundig des Goldes,
Und an ärmliche Hütten gewöhnt und bäurische Wohnung.
Siehe, auch ich, ein zitternder Greis mit gebleicheter Scheitel,
Hier geboren in Rom, ich sehe mit Staunen die Wunder;
Alles dünket geringe mir nur, was frühere Jahre
Uns gezeiget, wie ärmlich erscheint das sonstige Schauspiel!“
Siehe, es strahlte der untere Kreis von edelen Steinen,
Und der Portikus war mit Golde bekleidet, und da, wo
Sich der Mauer von Marmor das Spiel, an der Gränze des Platzes
Nähert, ründet ein Elfenbein sich in künstliche Stücke,
Einiget sie zum schlüpfrigen Rade mit schnellender Achse,
Das sich der fassenden Klaue mit plötzlichem Schwindel entziehet,
Von ihm stürzen die Thiere. Da glänzen, von Golde geflochten,
Netze, sie ragen gestützt von ganzen Zähnen herüber,
Alle die Zähne sich gleich, und jeder (du musst es, Lycotas,
Glauben, wenn noch mein Wort dir was gilt) noch länger wie Pflüge.
Doch wie mag ich alles erzählen? Ich sah jede Thierart,
Schneeige Hasen sah ich und Eber nicht ohne Hörner,
Sahe die Mantikore, in künstlichen Wäldern das Elend,
Stiere, den Nacken aufwärts gekehrt, mit hässlichem Höcker
Auf dem Rücken erhöht, und andre, die struppige Mähnen
Schütten am Halse hinab, und denen vom Kinne ein dicker
Bart hängt, und die Wamme bedeckt mit wallendem Haar ist.
Doch ich sahe nicht bloss der Wälder seltnere Thiere,
Kälber sah ich des Meers mit kämpfenden Bären gemischet,
Sahe ein Thier, wohl werth der Pferde edleren Nahmens,
Ungestaltet jedoch, es wird erzeuget in jenem
Flusse, der Fluren der Ufer mit schwellendem Wasser befruchtet.
Ach! wie hab‘ ich mit freudigem Schrecken den Schauplatz versinken,
Ihn aus Schlünden hervor der tief geöffneten Erde
Thiere speyen gesehn, und oft, aus einerley Boden
Sprossen goldene Bäume hervor mit gelblicher Rinde.

Lycotas

Glücklicher Corydon, du! den nicht das zitternde Alter
Hindert, Glücklicher, du! dem durch die Güte der Götter
Es geglücket, anjetzt die schönern Jahre zu leben!
Nun, da günstiges Loos dir unsern göttlichen Herrscher
Näher zu sehen erlaubt, die Gestalt und sein Antlitz zu schauen,
Sage mir, Corydon, sage, wie sind die Götter gestaltet?

Corydon

O! dass bäurische Kleider mich nicht umgäben! Ich hätte
Näher die Gottheit gesehn; mich hinderte schmutzige Kleidung
Meines Standes, wider mich zeugte die ärmliche Schnalle.
Doch, so gut ich nur immer gekonnt, sah ich lange nur ihn an,
Und wenn mich nicht täuschte das Aug‘, ich glaubte zu sehen,
In dem Einen die Mine des Mars und des Phöbus-Apollo.

Highlights

  • Anonyme Kaisergeschichte
  • Sueton: Kaiserbiographien
  • Curtius Rufus: Geschichte Alexanders des Großen

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