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5. Buch

1. Während man in Numidien den Krieg gegen Jugurtha führte, wurden die Römischen Consuln Marcus Manlius und Quintus Cäpio von den Cimbrern, Teutonen, Tigurinern und den Ambronen, lauter Deutschen und Gallischen Völkerschaften, an der Rhone besiegt: durch eine entscheidende Niederlage entkräftet, büßten sie auch das Lager und eineu großen Theil des Heeres ein. Die Furcht in Rom vor einem möglichen zweiten Besuch der Gallier war nahehin so groß, als die vor Hannibal zur Zeit des Punischen Kriegs. Nach seinem Siege über Jugurtha wurde nun Marius zum zweitenmal zum Consulate berufen, und ihm der Krieg wider die Cimbrer und Teutonen übertragen. Ja er erhielt das Consulat zum dritten- und viertenmal, weil der Krieg mit den Cimbrern sich in die Länge zog. Bei seinem vierten Consulat hatte er zum Collegen Quintus Lutatius Catulus. Da schlug er sich endlich mit den Cimbrern, und tödtete in zwei Schlachten 200,000 Feinde, 80,000 nahm er gefangen nebst ihrem Anführer Teutobodus. Um dieser Verdienste willen wurde er abwesend zum fünftenmal zum Consul ernannt.

2. Inzwischen bewerkstelligten die Cimbrern und Teutonen, die noch unzählbare Heerhaufen bildeten, ihren Uebergang nach Italien. Abermals schlugen sich Cajus Marius und Quintus Catulus mit ihnen: Catulus jedoch mit mehr Glück. Es wurden nämlich in einer Schlacht, welche beide Feldherrn leiteten, 140,000 Feinde theils im Treffen, theils auf der Flucht erschlagen: 60,000 Mann wurden gefangen. Von beiden Heeren zusammen fielen auf Seiten der Römer 300 Mann. Drei und dreißig Cimbrische Feldzeichen wurden genommen, und zwar durch die Heeresabtheilung des Marius zwei, durch die des Catulus ein und dreißig. Hiemit war der Krieg geendigt: beiden Feldherrn wurde ein Triumph zuerkannt.

3. Im Jahr der Stadt 639. unter dem Consulate des Sextus Julius Cäsar and Cajus Martius Philippus, als beinahe alle andre Kriege ruheten, erhoben die Picenter, Marfer und Peligner in Italien einen höchst bedenklichen Krieg: schon seit undenklicher Zeit standen diese Völkerschaften unter der Herrschaft des Römischen Volkes: nun aber unternahmen sie es, gleiche Freiheit für sich anzusprechen. Dieser Krieg war von sehr verderblichen Unglücksfällen begleitet. Der Consul Publius Rutilius kam in demselben um, ferner Cäpio, ein junger Mann von hoher Geburt, so wie Porcius Cato, der andre Consul. An der Spitze der Picenter und Marfer standen in dieser Fehde gegen Rom Titus Vettius, Hierius Asinius, Titus Herennius, Aulus Sinentius. Die Römer fochten gegen sie mit Glück und zwar unter Cajus Marius, der sechsmal Consul war, Cnejus Pompejus, hautpsächlich aber unter Cajus Cornelius Sulla, der unter andern Großthaten den feindlichen Heerfährer Eluentius mit dessen starken Streitmassen in der Art schlug, daß er selbst von seinen Leuten nur Einen Mann verlor. Doch zog sich dieser Krieg unter beträchtlichen Verlusten, durch vier Jahre hin. Erst im fünften Jahre wurde er vom Consul Cajus Cornelius beendigt, nachdem er bereits vorher, jedoch als Prätor, in demselben Kriege viele Thätigkeit bewiesen hatte.

4. Im Jahre der Stadt 662. [nach Andern 664.] zeigte sich die erste Bewegung von einem Bürgerkrieg in Rom: in dem selben Jahr entwickelte sich auch die Mithridatische Fehde. Anlaß zum Bürgerkrieg gab jener Cajus Marius, der sechsmal Consul gewesen war. Es sollte nämlich Sulla als Consul gegen Mithridates, der Kleinasien und Achaja besetzt hatte, in’s Feld ziehen. Er ließ jedoch sein Heer in Campanien noch eine Zeitlang verweilen, um die letzten Regungen des Kriegs mit den Bundesgenossen, der im Innern Italiens geführt und oben angezeigt wurde, niederzuschlagen: da machte Marius Versuche, um die Sendung in den Mithridatischen Krieg für sich zu erhalten. Darüber aufgebracht, zog Sulla mit seinem Heere vor die Stadt, und lieferte hier dem Marius und Sulpitius ein Treffen. Sulla zog nun, er war der Erste der dieß wagte, mit bewaffneter Hand in die Hauptstadt ein, ließ den Sulpitius tödten, verjagte den Marius, setzte für’s folgende Jahr zu Consuln Cnejus Octavius uad Lucius Cornelius Cinna ein, und zog sodann nach Asien.

5. Es hatte sich nämlich König Mithridates von Pontus zum Herren von Kleinarmenien und dem ganzen Pontischen Meere1 ringsherum nebst dem Bosporus2 gemacht, hatte ferner die Absicht, zuvörderst Nicomedes, einen Verbündeten des Römischen Volkes, aus Bithynien zu vertreiben und ließ dem Senate anzeigen, er werde wegen der von ihm erlittenen Kränkungen den Krieg gegen Denselben eröffnen. Der Senat ertheilte ihm die Antwort, daß auch er mit einem Kriegg von den Römern bedroht sey, wenn er dieses wagen würde. Hierdurch gereizt besetzte er alsbald Cappadocien und vertrieb den König Artabarzanes, einem Verbündeten des Römischen Volks, aus diesem Lande. Bald darauf fiel er auch in Bithynien und Paphlagonien ein und vertrieb die Könige Pylämenes und Nicomedes, welche Freunde des Römer waren. Hierauf zog er nach Ephesus und schickte durch ganz Kleinasien Schreiben herum, wornach auf einen Tag sämmtliche Römische Bürger, deren man habhaft werden könne, ermordet werden sollten.

6. Inzwischen wurde auch die Achajische Stadt Athen von dem Athener Aristo an Mithridates übergeben. Es hatte nämlich Mithridates seinen Feldherren Archelaus mit 120,000 Mann an Reiterei und Fußvolk nach Achaja abgehen lassen, der denn auch das übrige Griechenland besetzte. Sulla schloß aber den Archelaus bei’m Zirkus, nicht ferne von Athen, ein und nahm die Stadt selbst weg: nachher bestand er ein Treffen mit Archelaus und schlug Diesen so, daß er von 120,000 Mann kaum noch 10,000 übrig hatte. Das Heer Sulla’s verlor nur 14 Mann. Auf die Nachricht von dieser Schlacht, sandte Mithridates dem Archelaus aus Asien 70,000 Mann Heetruppen zu. Sulla griff ihn wieder an. Im ersten Treffen erlegte er 15,000 Mann und unter ihnen Diogenes, den Sohn des Archelaus, im zweiten wurde das ganze Heer des Mithridates vernichtet. Archelaus versteckte sich nachkt drei Tage in Sümpfen. Auf die Nachricht von diesem Ereigniß ließ Mithridates mit Sulla um den Frieden unterhandeln.

7. Indessen besiegte um diese Zeit Sulla auch die Dardaner, Scordisker, Dalmatier und Mäder, oder erhielt er ihre freiwillige Unterwerfung. Der Gesandschaft des Königs Mithridates, die mit dem Gesuch um Frieden vor ihm erschien, erklärte er, daß unter keiner andern Bedingung davon die Rede seyn könne, als wenn der König auf alle bisher gemachten Eroberungen Verzicht leisten, und sich in seine Staaten zurückziehen wollte. Jedoch kam es nachher zwischen Beiden zu einer Unterredung, und der Friede wurde unter ihnen zu Stande gebracht [J. R. 668.], so daß Sulla, der zum Bürgerkriege eilte, keine Gefahr im Rücken zu besorgen hatte. Denn während Sulla in Achaja und Kleinasien mit seinen Siegen über Mithridates beschäftigt war, erneuerten Marius, der verjagt worden war, und Cornelius Cinna, Einer der Consuln, den Krieg in Italien [J. R. 665.], rückten in Rom ein, und machten die Vornehmsten der Senatoren und ehemalige Consuln nieder: viele erklärten sie in die Acht: selbst Sulla’s Wohnung ward niedergerissen und seine Gemahlin und Kinder gezwungen, zu entfliehen. Der ganze übrige Senat entfernte sich aus der Stadt, und begab sich nach Griechenland zu Sulla, und flehte um Rettung für das Vaterland. Es setzte Dieser hierauf nach Italien über, um den Bürgerkrieg gegen die Consuln Norbanus und Scipio zu führen. Das erste Treffen hatte er mit Norbanus in der Nähe von Capua. 7000 seiner Leute tödtete er, 6000 nahm er gefangen; von seinen Leuten verlor er 124. Hierauf wandte er sich gegen Scipio, und dessen ganzes Heer ging ohne Blutvergießen zu Sulla über.

8. In Rom wurden nun andre Consuln eingesetzt, nämlich Marius, ein Sohn des [alten] Marius und Papirius Carbo. Sulla lieferte dem jüngern Marius eine Schlacht, tödtete demselben 20,000 Mann und verlor auf seiner Seite 400. Nicht lange nachher zog er in die Hauptstadt ein. Marius, Marius Sohn, verfolgte er nach Präneste, belagerte ihn und nöthigte ihn sich selbst zu tödten. Wieder focht er in einer furchtbaren Schlacht gegen Lamponius und Carinates, Heerführer der Marianischen Partei, bei dem Collinischen Thor. Sulla soll in diesem Kampfe 70,000 Feinde gegen sich gehabt habe: 12,000 davon ergaben sich an Sulla, die übrigen wurden im Gefecht, Lager, auf der Flucht durch den unersättlichen Rachedurst Sulla’s aufgerieben. Auch der andre Consul, Cnejus Carbo, entfloh von Ariminum nach Sicilien und wurde da von Cnejus Pompejus getödtet. Diesen jungen, ein und zwanzigjährigen Mann, setzte Sulla, nachdem er sein thatkräftiges Wesen kennen gelernt, über die Heere, welche Jener ihm zugeführt hatte, so daß er als der zweite Mann nach Sulla gelten sollte.

9. Als nun Carbo getödtet war, gewann Pompejus wieder Sicilien. Von da schiffte er nach Afrika über, und tödtete Domitius, einen Anführer von der Marianischen Partei und den König Hiarbas von Mauretanien, welcher den Domitius unterstützt hatte. Nach diesen Ereignissen heilt Sulla einen glänzenden Triumph über Mithridates. Auch Cnejus Pompejus triumphirte in seinem vier und zwanzigsten Jahre, was noch keinem Römer zu Theil geworden war, über Afrika. Dieses war der Ausgang jener zwei höchst verderblichen Kriege: des Italischen, welcher auch der Bundesgenossenkrieg genannt wurde und der bürgerlichen. Beide hatten zehen Jahre gedauert. Sie verschlangen mehr als 250,000 Menschen, 24 gewesene Consuln, 7 vormalige Prätoren, 60 gewesene Aedilen, ungefähr 200 Senatoren.

Anmerkungen

1 Das schwarze Meer.

2 Darunter ist ein Reich, nebst Stadt dieses Namens, zwischen dem a asovischen und schwarzen Meere verstanden.

Highlights

  • Anonyme Kaisergeschichte
  • Sueton: Kaiserbiographien
  • Curtius Rufus: Geschichte Alexanders des Großen

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