Sind nach Hierokles, dem Erklärer derselben, einem griechischen neuplatonischen Philosophen, der um die Mitte des 5. Jahrh. nach Chr. zu Alexandria lehrte, als Gemeingut der pythag. Schule zu betrachten. „Οὐχ ἑνός τινος τῶν Πυθαγορείων ἀπομνημόνευμα, ὅλου δὲ τοῦ ἱεροῦ συλλόγου, καὶ, ὡς ἂν αὐτοὶ εἴποιεν, τοῦ ὁμαΐου ἀπόφθεγμα κοινόν“ so Hierokles gegen Schluß seines Commentars.
Sie gehören zur didaktischen Poesie und enthalten in summarischer Weise die Dogmen der praktischen und theoretischen Philosophie ().
Nach den Worten des genannten Commentators ist die Philosophie ().
Zu dieser Läuterung des Menschen (von der in ihm liegenden Unordnung) und Vollendung der menschlichen Natur (Verähnlichung mit Gott, Gottähnlichkeit) trage die Tugend und die Wahrheit d. i. die praktische und theoretische Philosophie am allermeisten bei; das sei der kürzeste und geradeste Weg zu einem wahrhaft glücklichen Leben.
Wie nun der Mensch dazu gelangen könne, das ist ausgesprochen in den nachfolgenden Dogmen.
Obenan stehen Vorschriften, die sich auf (praktische) Tugendübung beziehen.
Erst dann nämlich, wenn die im Menschen wirkenden thierischen Elemente geläutert oder ausgeschieden seien, dann erst werde er fähig, an das Studium und Betrachtung des Himmlischen und Göttlichen zu gehen. Oder, gleichwie das kranke Auge des Körpers den Glanz leuchtender Gegenstände nicht ertragen könne, so sei auch das geistige Auge unfähig, die Wahrheit zu schauen, so lange das Herz der Tugend entbehre.
Die Tugend nun sei die Frucht der praktischen Philosophie, diese selbst aber die Einleitung und Vorbereitung zur theoretischen, die das geistige Auge fähig mache, die Wahrheit, die reinste und schönste Frucht des theoretischen Studiums, zu schauen und zu erkennen.
Nachdem der Dichter die Vorschriften über praktische Tugend und Tugendübung zu Ende geführt, weist er hin auf die Früchte dieses edlen Strebens in den Versen (45–46):
()
Deß bestrebe dich wohl, betreib’ es mit Sorgfalt und lieb’ es,
Solches wird dich geleiten zur Spur der göttlichen Tugend
( () nach Hierokl. die theoret. Philos.). Vergl. auch Jakobs’ vermischte Schriften, 3. Th. Seite 63–68 (Leipzig 1829).1
