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Romulus

Liber memorialis 17:

17 Die Könige und Heerführer der Römer. – Romulus, der die Stadt baute. […]

Liber memorialis 21:

21 Eroberer feindlicher Waffenrüstungen. – Solche gewannen Romulus von Akro, dem König der Cäniner; […]

Liber memorialis 28,1:

28 (1) Könige und Feldherren, welche mit den Römern Krieg führten. – Die Römer fochten zuerst mit den Sabinern unter Romulus, wegen des Raubs der Jungfrauen; […]

Liber memorialis 39,1:

39 (1) Wer gegen Rom die Waffen trug. – Tatius, König der Sabiner, der die Tarpejische Burg besetzte, mitten auf dem Forum mit Romulus kämpfte, und in Folge der Dazwischenkunft der Sabinerinnen mit Romulus Frieden schloß. […]

Liber memorialis 49,1-2:

49 (1) Eintheilungen des Römischen Volks. – Die älteste Eintheilung des Römischen Volks ist dreifach. Sie rührt von Romulus her, und begreift den König, den Senat und das Volk. (2) Das Volk zerfiel in drei Tribus, die Tatische, Lucerische, Ramerische. […]

1 (1) Procas2, König der Albaner, hatte zwei Söhne, Amulius und Numitor, denen er das Reich mit der Bestimmung hinterließ, daß sie es abwechselnd, allemal ein Jahr lang, beherrschen sollten. Allein Amulius trat seinem Bruder die Herrschaft nicht ab und machte, um ihn auch der Nachkommenschaft zu berauben, dessen Tochter Rea Silvia zur Priesterin der Vesta, damit sie an ewige Jungfrauschaft gebunden sein sollte, sie wurde jedoch vom Mars geschwängert und gebar den Romulus und Remus. (2) Amulius ließ sie selbst in’s Gefängniß setzen und ihre Knäblein in die Tiber werfen, das Wasser aber ließ sie auf dem Trockenen zurück. (3) Auf ihr Gewimmer eilte eine Wölfin herbei und nährte sie an ihrem Euter. Bald darauf nahm sie der Hirt Faustulus an sich und übergab sie seiner Frau Acca Laurentia, um sie aufzuziehen. (4) Später tödteten sie den Amulius, setzten ihren Großvater Numitor wieder auf den Thron und erbauten im Verein mit Hirten eine Stadt, welche Romulus als Sieger bei der Vogelschau3, da er selbst zwölf, Remus aber nur sechs Geier erblickt hatte, Roma nannte; und um sie früher durch Gesetze, als durch Mauern zu befestigen, erließ er den Befehl, daß Niemand den Wall überspringen sollte, Remus aber übersprang ihn, den Befehl verlachend, dennoch und soll vom Hauptmann Celer mit einem Grabscheite erschlagen worden sein.

2 (1) Romulus eröffnete allen Ankömmlingen eine Freistätte, und da er nach Zusammenfluß einer großen Volksmenge sah, daß es ihr an Ehefrauen fehle, so erbat er sich solche durch Gesandtschaften von den benachbarten Staaten. (2) Als sie ihm abgeschlagen wurden, stellte er zum Scheine consualische Spiele4 an, und wie nun eine große Menge Menschen beiderlei Geschlechts dazu herbeigekommen war, wurden auf ein gegebenes Zeichen die Jungfrauen [von den Römern] geraubt. Da Eine derselben von außerordentlicher Schönheit unter großer Bewunderung Aller hinweggeführt wurde, erhielt man die Auskunft, sie werde zum Talassius geführt. (3) Weil nun diese Ehe sehr glücklich ausfiel, so wurde festgesetzt, daß bei allen Hochzeiten der Name des Talassius angerufen werden sollte. Als so die Römer die Mädchen der Grenznachbarn mit Gewalt geraubt hatten, ergriffen zuerst die Einwohner von Cänina5 gegen sie die Waffen. (4) Romulus zog ihnen entgegen und besiegte ihr Heer, sowie in einem Zweikampfe ihren Heerführer Acron. (5) Die erbeutete Rüstung desselben weihte er dem Jupiter Feretrius auf dem Capitolium. [Auch] die [Antemnaten, Crustuminer, Fidenaten, Vejenter6 und] Sabiner griffen der geraubten Jungfrauen wegen gegen die Römer zu den Waffen; (6) und da sie, sich Rom nähernd, eine Jungfrau Namens Tarpeja antrafen, welche, um Wasser zu einer Opferhandlung zu schöpfen [von der Burg] herabgestiegen war, so stellte ihr Titus Tatius frei, sich irgend ein Geschenk auszubitten, wenn sie sein Heer auf’s Capitolium führen würde. Jene verlangte, was sie am linken Arme trügen, – sie meinte nämlich Ringe und Armspangen – und als man ihr dieß trügerisch versprochen hatte, führte sie die Sabiner auf die Burg, wo Tatius befahl, sie unter Schilden zu begraben7, denn auch diese trugen sie ja am linken Arme. (7) Romulus rückte gegen den Tatius, welcher den Tarpejischen Berg besetzt hielt, aus und lieferte ihm an der Stelle, wo sich jetzt das Forum Romanum8 befindet, ein Treffen. Hier fiel heldenmüthig kämpfend Hostus Hostilius, und über seinen Tod bestürzt fingen die Römer zu fliehen an. (8) Da gelobte Romulus dem Jupiter Stator einen Tempel, worauf sein Heer, sei es durch Zufall, sei es durch göttliche Schickung, wieder zum Stehen kam. (9) Nun stürzten die Geraubten mitten unter [die Kämpfenden], beschworen hier ihre Väter, dort ihre Gatten, und vermittelten den Frieden. (10) Romulus schloß einen Vertrag mit den Sabinern, nahm sie in die Stadt auf und nannte nun das Volk nach Cures, einer Stadt der Sabiner, Quiriten. (11) Hundert Senatoren gab er ihrer väterlichen Fürsorge [für den Staat] wegen den Namen Väter; auch errichtete er drei Reitercenturien, die er nach sich Ramnenses, nach Titus Tatius Tatienses und nach Lucumo Luceres nannte, (12) und theilte das Volk in dreißig Curien, die er mit den Namen geraubter Jungfrauen bezeichnete. (13) Während er am Ziegensumpfe das Heer musterte, verschwand er plötzlich, und als es hierauf zu tumultuarischen Auftritten zwischen dem Senate und Volke kam, trat Julius Proculus, ein angesehener Mann, in der Volksversammlung auf und bekräftigte durch einen Eid, er habe den Romulus auf dem Quirinalischen Hügel in majestätischer Gestalt erblickt, wie er sich eben zu den Göttern erhoben habe, und er ließe ihnen befehlen, sich des Aufruhrs zu enthalten und die Tugend zu lieben; dann werde es kommen, daß sie die Herren aller Völker würden. (14) Man glaubte der Aussage des Mannes, errichtete dem Romulus auf dem Quirinalischen Hügel einen Tempel, verehrte ihn als Gottheit und nannte ihn Quirinus.

20 (1) Dagegen aber erzählen Fabius Pictor im ersten Buche und Vennonius, die Jungfrau sei dem gewöhnlichen Gebrauche nach ausgegangen, um Wasser für den Opferdienst aus der Quelle im Haine des Mars zu holen, und nachdem ein plötzlicher Regenguß und ein Gewitter ihre Begleiterinnen zerstreut habe, vom Mars umarmt und in ihrer Bestürzung bald durch den tröstenden Zuspruch des Gottes wieder aufgerichtet worden, der ihr seinen Namen entdeckt und versichert habe, ihre Söhne würden des Vaters nicht unwürdig werden. (2) Sobald daher der König Amulius erfuhr, die Priesterin Rea Silvia habe Zwillinge geboren, befahl er sogleich sie an den Strom zu tragen und hineinzuwerfen. (3) Die, welchen dieser Befehl ertheilt worden war, legten die Knaben in eine Mulde und warfen sie am Fuße des palatinischen Berges in die Tiber, welche damals durch große Regengüsse ausgetreten war; ein Sauhirt dieser Gegend aber, Namens Faustulus, welcher zusah, als sie ausgesetzt wurden, bemerkte, daß beim Zurücktreten des Flusses die Mulde, in welcher die Knaben lagen, an einem Feigenbaume hangen geblieben war, und daß eine durch das Gewimmer der Knaben herbeigelockte Wölfin, welche auf Raub ausgegangen war56, sie zuerst beleckte und abtrocknete und ihnen dann, um ihrem Euter Erleichterung zu verschaffen, ihre Zitzen darbot; er stieg also hinunter, hob die Kleinen auf und übergab sie seiner Frau Acca Laurentia zur Erziehung, wie Ennius im ersten und Cäsar im zweiten Buche berichten. (4) Einige fügen noch hinzu, vor den Augen des Faustulus sei auch ein Specht herbeigeflogen und habe mit vollem Schnabel den Knaben Speise beigebracht; deshalb ständen denn auch sowohl der Wolf als der Specht unter dem Schutze des Mars. Auch sei jener Baum, in dessen Nähe die Knaben ausgesetzt worden waren, der ruminalische genannt worden, weil das Vieh in der Mittagszeit, unter seinem Schatten ruhend, wiederzukäuen57 pflegte.

21 (1) Valerius dagegen erzählt, der König Amulius habe die von der Rea Silvia geborenen Knaben dem Sclaven Faustulus übergeben, um sie zu tödten, dieser aber sich vom Numitor erbitten lassen, sie nicht zu ermorden und sie seiner Geliebten Acca Laurentia zur Pflege übergeben, diese Frauensperson aber sei, weil sie ihren Lieb für Geld preiszugeben pflegte, Lupa58 genannt worden. (2) Es ist nämlich bekannt, daß Weibspersonen, welche mit ihrem Körper Gewerbe treiben, diesen Namen führen, weshalb auch dergleichen Orte, wo solche sich aufhalten, Lupanaria heißen. (3) Als aber die Knaben für Erlernung der Wissenschaften empfänglich geworden, hätten sie sich in Gabii59 aufgehalten, um sich Kenntnisse im Griechischen und Lateinischen zu erwerben, wozu ihnen ihr Großvater Numitor heimlich alle Mittel zugesteckt habe. (4) Sobald sie nun herangewachsen, sei Romulus, auf die von seinem Erzieher Faustulus ihm gemachte Entdeckung, wer sein Großvater, wer seine Mutter und was mit dieser geschehen sei, sofort mit bewaffneten Hirten nach Alba gezogen und habe nach Ermordung des Amulius seinen Großvater Numitor wieder auf den Thron gesetzt. Romulus sei er aber seiner großen körperlichen Stärke wegen genannt worden; denn es ist gewiß, daß in griechischer Sprache die Körperkraft —– [Rome] heißt. Der andere [Bruder] aber habe von seiner Langsamkeit den Namen Remus bekommen, denn Menschen dieser Eigenschaft wurden von den Alten Remores genannt.

22 (1) Nachdem also das, was wir oben berichtet haben, geschehen und das Opfer an dem Orte, der jetzt das Lupercal heißt, vollbracht war, liesen sie60 Possen treibend herum, indem sie allen ihnen Begegnenden Streiche mit den Häuten der Opferthiere versetzten, und verordneten, daß dieß für sie und ihre Nachkommen ein alljährlich wiederkehrendes Fest sein sollte; auch gab Jeder seinen Leuten einen besonderen Namen und Remus nannte sie Fabier, Romulus aber Quinctilier, welche beide Namen sich noch jetzt bei den Opfern erhalten haben. (2) Dagegen wird im zweiten Buche der Jahrbücher der Pontifices erzählt, Amulius habe Leute abgesendet, welche den Hirten Remus zu ihm bringen sollten, und da sie nicht gewagt hätten, Gewalt gegen ihn zu brauchen, so hätten sie, als in dem Umstande, daß Romulus abwesend war, eine günstige Gelegenheit zur Hinterlist gefunden, zum Scheine ein Spiel vorgenommen, wer von ihnen mit auf dem Rücken gebundenen Händen einen Stein, nach dem man die Wolle abzuwiegen pflegte, mit den Zähnen aufheben und am weitesten tragen könnte. (3) Da habe Remus, im Vertrauen auf seine Kraft, sich anheischig gemacht, ihn bis auf den Aventinus zu tragen, und sei so, nachdem er sich habe binden lassen, nach Alba fortgeschleppt worden. Nachdem dieß Romulus erfahren, habe er eine Schaar von Hirten gesammelt, diese in Haufen von hundert Mann getheilt und ihnen Stangen gegeben, an deren Spitze Heubündel von verschiedener Gestalt befestigt waren, damit unter diesem Zeichen ein Jeder seinem Führer desto leichter folgen könnte. Daher sei es gekommen, daß späterhin diejenigen Soldaten, welche zu einem und demselben Feldzeichen gehörten, Manipulares genannt worden wären61. (4) So habe denn Romulus, nachdem er den Amulius getödtet, seinen Bruder aus der Haft befreit und seinen Großvater wieder auf den Thron gesetzt.

23 (1) Als nun Romulus und Remus mit einander über die Erbauung einer Stadt verhandelten, in welcher sie gemeinschaftlich regieren wollten, bezeichnete Romulus einen ihm dazu geeignet scheinenden Platz auf dem palatinischen Berge und wollte ihn Roma genannt wissen, Remus dagegen einen andern, vom Palatinus 5000 Schritte entfernten Hügel, welcher Ort nach seinem Namen Remuria heißen sollte, und da ihr Streit kein Ende nehmen wollte, so wählten sie ihren Großvater Numitor zum Schiedsrichter und kamen mit ihm überein, die Entscheidung des Streites den unsterblichen Göttern zu überlassen, so daß derjenige von beiden, dem zuerst günstige Götterzeichen2 zu Theil werden würden, die Stadt erbauen, sie nach seinem Namen benennen und in ihr die Regierung führen sollte. (2) Als nun Romulus auf dem Palatium, Remus aber auf dem Aventinus die Vogelschau anstellten, erblickte Remus zuerst sechs in gleichem Zuge zur Linken fliegende Geier und schickte sogleich Leute ab, welche dem Romulus melden sollten, ihm seien bereits Götterzeichen gegeben worden, die ihm die Stadt zu gründen beföhlen, er möge sich also beeilen zu ihm zu kommen. (3) Wie nun dieser zu ihm gekommen war und auf seine Frage, was für ein Götterzeichen es gewesen wäre, die Antwort erhalten hatte, bei der Vogelschau seien ihm sechs Geier auf einmal erschienen, da sprach Romulus: „Ich aber will dir sogleich zwölf zeigen,“ und sofort erblickte man zwölf Geier, indem zugleich ein Blitz und Donnerschlag ihr Erscheinen begleitete. (4) Darauf fragte Romulus: „Wie kannst du dich auf das Frühere berufen, wenn du das Gegenwärtige siehst?“ Als daher Remus einsah, daß er um die Regierung gebracht sei, sprach er: „Viele kühne Hoffnungen und Erwartungen werden in dieser Stadt auf’s Glücklichste in Erfüllung gehen.“ (5) Indessen behauptet Licinius Macer im ersten Buche, der Ausgang jenes Streites sei ein verderblicher gewesen, denn Remus und Faustulus, welche Widerstand versucht hätten, seien dabei getödtet worden. (6) Egnatius dagegen erzählt im ersten Buche, Remus sei bei jenem Streite nicht nur nicht erschlagen worden, sondern habe sogar den Romulus noch überlebt.

1 (1) Das Römische Reich, welches an unscheinbarem Ursprunge und ausgebreitetem Wachsthum vor beinahe allen Staaten seit Menschengedenken sich auszeichnet, verdankt dem Romulus seine Gründung. Es war Dieser ein Sohn der Vestalin Rea Sylvia, und in so fern er in der öffentlichen Meinung dafür galt, des Mars. Er hatte einen Zwillingsbruder, Remus. (2) Während er unter Hirten ein Kriegerleben führt,2 gründete er in seinem achtzehenten Jahre eine kleine Stadt auf dem Palatinischen Berge. Es geschah Letzteres am 21. April im dritten Jahre der sechsten Olympiade,3 oder, auf dem Grunde einer Durchschnittsberechnung, im 394sten Jahre seit der Zerstörung Troja’s.4

2 (1) Nachdem er die Stadt erbauet hatte, welcher er nach sich den Namen Rom gab, verrichtete er ungefähr folgende Thaten. Er nahm eine große Anzahl der Bewohner benachbarter Gegenden in seinen Staat auf: von den Aelteren wählte er hundert aus, um sie bei allen Unternehmungen zu Rathe zu ziehen. Sie erhielten von ihm um ihres Alters willen den Namen Senatoren [Rath der Alten]. (2) Da es nun aber ihm und seinem Volke an Frauen fehlte; so lud er die in Rom’s Nähe wohnenden Völkerschaften zu öffentlichen Spielen ein, und ließ ihre Jungfrauen rauben. Diese Gewalthandlung gegen die Geraubten führte zu Kriegen, in welchen Romulus siegte, und zwar namentlich über die Cäninenser, Antemnaten, Crustuminer, Sabiner, Fidenaten, Vejenter, lauter Gemeinden, welche Rom umgeben. Romulus verschwand bei einem plötzlich ausgebrochenen Ungewitter,5 und zwar im sieben und dreißigsten Jahre seiner Regierung. Man glaubte nun, er sey in den Kreis der Götter versetzt worden; und so wurde er vergöttert.

Epitome Vorwort 1:

(1) Das Römische Volk hat binnen siebenhundert1 Jahren, von König Romulus bis auf Cäsar Augustus, eine solche Masse von Thaten im Krieg und Frieden verrichtet, daß, Wer die Größe seiner Herrschaft mit den Jahren vergleicht, glauben möchte, sein Alter reiche weiter hinauf.

Epitome 1,1:

1 (1) Jener erste Stifter der Stadt und des Reichs war Romulus,1 von Mars erzeugt mit Rhea Silvia. (2) So viel bekannte die schwangere Priesterin von sich selbst, und bald setzte es die Sage außer Zweifel, da Romulus, auf des Amulius Geheiß sammt seinem Bruder Remus in den Fluß geworfen, dennoch nicht ertränkt werden konnte. (3) Denn theils hemmte Tiberinus die Strömung; theils ging eine Wölfin, ihre Jungen verlassend, dem Gewimmer der Kinder nach, säugte sie, und vertrat Mutterstelle.2 So fand sie der Hirt der königlichen Heerde3 an einem Baume liegend; er trug sie in seine Hütte und zog sie auf. (4) Alba, eine Schöpfung des Julus, war damals Latiums Haupt. Denn an der Stadt seines Vaters Aeneas, Lavinium,4 hatte Julus keine Freude gehabt. Von Diesen herab schon im vierzehenten Gliede, war Amulius nach Vertreibung seines Bruders Numitor König, von dessen Tochter Romulus geboren ist. (5) Gleich im ersten Jugendfeuer verdrängt er seinen Oheim Amulius aus der Königsburg, und setzt den Großvater wieder ein. Er selbst ein Freund des Flusses und der Berge, in deren Nähe er erzogen worden, ging mit dem Gedanken, eine neue Stadt zu gründen, um. (6) Die Brüder waren Zwillinge. Unter Wessen Auspicien5 sollte der Bau der Stadt beginnen, und Welcher von beiden sollte regieren? Man beschloß, die Götter zu Rathe zu ziehen. Remus besetzt den Aventinischen Berg, Dieser den Palatinischen. Jener sag zuerst Geier, sechs; Dieser nachher, aber zwölf. (7) So erbaut er denn, Sieger durch den Vogelflug, die Stadt voll Hoffnung, sie werde eine Kriegerin werden. So lautete die Verheißung der an Blut und Raub gewöhnten Vögel. (8) Zur Schutzwehr der Stadt schien ein Wallgraben hinzureichen. Indem nun Remus über dessen geringen Breite lachte, und durch das Hinüberspringen seinen Spott zu erkennen gab, wurde er ermordet, ungewiß, ob auf Befehl des Bruders. Wenigstens war er das erste Opfer, und weihte die Veste der neuen Stadt mit seinem Blut. Noch war es mehr der Entwurf zu einer Stadt, als die Stadt selbst. Es fehlten die Bewohner. (9) In der Nähe war ein Hain. Diesen machte er zur Freistätte;6 und sogleich erschien eine außerordentliche Menschenmenge, Latinische und Tuscische Hirten; auch überseeische Leute, Phrygier, die unter Aeneas, Arkadier, die unter Evander7 in’s Land hereingeströmt waren. So formte er aus verschiedenen gesammelten Grundstoffen einen Körper, und schuf so selbst das Römische Volk. (10) Es war ein Werk für ein Menschalter. Ein bloßes Männervolk! Darum warb man um Weiber bei den Nachbarn; und weil man sie nicht bekam, nahm man sie mit Gewalt. Zum Schein gab man ritterliche Spiele, und zur Beute wurden die Jungfrauen, die als Zuschauer erschienen waren; dieß gab sogleich Anlaß zum Krieg. Die Eltern8 der Geraubten wurden geschlagen und in die Flucht getrieben, (11) das Städtchen der Cänineer erobert und zerstört, und der König brachte überdieß die dem feindlichen Könige abgenommene Waffenrüstung auf eigenen Armen dem Jupiter Feretrius9 mit aus dem Kampfe. (12) An die Sabiner wurden die Stadtthore durch eine Jungfrau überantwortet. Es geschah nicht in böser Absicht.10 Allein sie hatte sich, was Jene an der Linken trugen, als Lohn der Uebergabe erbeten, ungewiß, ob die Schilde, oder die Armspangen. Jene, theils um ihr Wort zu halten, theils um sich dafür zu rächen, warfen sie mit ihren Schilden zu Boden. (13) So waren die Feinde in die Stadt eingelassen, und gerade auf dem Marktplatz kam es zu einem so schrecklichen Kampfe, daß Romulus zu Jupiter flehte, er möchte der schmählichen Flucht der Seinigen Einhalt thun. Daher der Jupiter Stator11 und sein Tempel. (14) Zuletzt warfen sich die Geraubten mit zerrauften Haaren unter die Leichname.12 So wurde mit Tatius Friede gemacht, und ein Bündniß geschlossen. Und jetzt erfolgte ein Ereigniß, ein Wunder zum erzählen. Die Feinde verließen ihre eigenen Wohnsitze, wanderten in die neue Stadt aus, und theilten als Mitgift mit ihren Eidamen das Vermögen ihrer Vorfahren. (15) Bald wuchsen die Kräfte des Staats, und der weiseste König gibt ihm folgende Einrichtung: die junge Mannschaft wird nach Tribus (Stadtbezirken) eingetheilt, und muß zu Pferd und in den Waffen stets auf die plötzlichen Zufälle13 des Krieges gefaßt seyn. Die Berathung über Staatsangelegenheiten kommt den Greisen zu, die vermöge ihres Ansehens Väter,14 und vermöge ihres Alters Senat (Altrath) genannt wurden. (16) Nach diesen also getroffenen Anordnungen wurde er plötzlich, während er vor der Stadt, in der Nähe des Ziegensee’s, eine Rede an das Volk hielt, aus den Augen derselben entrückt. (17( Einige glauben, er sey wegen seiner strengen Gemüthsart im Senat in Stücken zerrissen15 worden. Allein ein ausgebrochener Sturm und eine Sonnenfinsterniß gewährten den Schein der Vergötterung, (17) die bald in der Person des Julius Proculus16 ihre Beglaubigung fand, welcher versicherte, den Romulus in einer herrlicheren Gestalt, als die bisherige, gesehen zu haben, während er überdieß Weisung gab, ihn als eine Gottheit anzuerkennen. Im Himmel nenne man ihn Quirinus;17 also sey es Wille der Götter, daß Rom Herr werde über die Völker.

Epitome 1,8,2:

8 […] (2) Wer war feuriger als Romulus? Eines solchen Mannes bedurfte es, um sich des Thrones zu bemächtigen.

2 […] (2) Innerhalb zweihundertdreiundvierzig Jahren regierten zu Rom der Zahl nach sieben Könige. Romulus regierte siebenunddreißig Jahre: sodann, je Einer fünf Tage, Senatoren Ein Jahr lang: hierauf Numa Pompilius dreiundvierzig, Tullus Hostilius zweiunddreißig, Ancus Marcius vierundzwanzig, Tarquinius Priscus siebenunddreißig, Servius Tullius vierundvierzig, Tarquinius Superbus fünfundzwanzig Jahre, worauf er vertrieben wurde. […]

Highlights

  • Anonyme Kaisergeschichte
  • Sueton: Kaiserbiographien
  • Curtius Rufus: Geschichte Alexanders des Großen

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